Burkina Faso


Hallo aus Deutschland!

Mein Rückflug hat ohne Probleme geklappt, keine Verspätungen oder ähnliches, sogar vor der geplanten Ankunftszeit bin ichsowohl in Paris als auch in ankfurt/Main gelandet. Es ist aber schon alles ganz anders hier in Deutschland bzw. Europa… aber ich bin auch sehr froh, wieder bei meiner Familie und meinen Freunden zu sein…

Gestern haben meine Freunde eine Überraschungsfeier bei uns im Garten gemacht: Herzlichen Dank an alle, die da waren und natürlich die Organisatore. Es war wirklich toll und ich bin sehr froh, dass ich euch schon so früh wieder sehen konnte, auch wenn natürlich nicht viel Gelegenheit für intensive „Einzelgespräche“ war, das holen wir dann in den nächsten Wochen nach.

Jetzt esse ich erst einmal ganz viel Käse, räume mein Zimmer auf und putze mein Zimmer…

Heute verbringe ich also meinen letzten Tag in Ouagadougou. Vorgestern hat mich mein Chef abgeholt und ich bin ins DED-Gästehaus in Ouagadougou gefahren. Abends habe ich mich noch mit Freunden getroffen und den heutigen Tag werde ich ruhig angehen. Pläne habe ich keine… Ich schaue, was auf mich zukommt, was ich noch so alles machen kann.

Um 17 Uhr werde ich dann von meiner Mentorin zum Flughafen gebracht, wo der Check-In um 17 Uhr 15 Minunten beginnt. Wenn ich da durch bin, werde ich noch einmal für eineinhalb bis zwei Stunden das Flughafengebäude verlassen und mit Freunden noch was Trinken gehen.

Um 20h15 ist dann der planmässige Start des Fluges Air France AF731 von Ouagadougou (Burkina Faso) über Niamey (Niger) nach Paris (Frankreich)., wo ich am Samstag, den 25. Juli 2009 planmässig um 06h05 Ortszeit ankommen soll. Nach gut eineinhalb Stunden Aufenthalt geht es dann weiter mit Air France AF1518 nach Frankfurt, wo ich um 09h00 ankommen soll.

Also, ich bedanke jetzt schon bei allen Lesern, die meinen Blog das ganze Jahr lang verfolgt haben. Auch aus Deutschland wird es sicherlich noch Einträge geben, meine Berichte über den gefürchteten Rückkehrerschock usw.

Bis bald !

Die Abschiedsfeier hat mir sehr viel Spass gemacht und ich hoffe, meinen Gästen ebenfalls… Leider hat es bis 22 Uhr in Strömen geregnet, danach wurde es aber besser.

Die Tanzgruppe hat am Anfang einige Stücke aufgeführt und danach ging dann die Party los. und da es aufgehört hat zu regnen, kamen auch die Burkinabè.

Am nächsten Morgen haben wir dann noch zusammen gefrühstückt und die aus Ouaga angereisten Gäste sind wieder zurückgefahren.

Jetzt bleiben mir nur noch sieben Tage… Gestern bin ich nach Ouagadougou gekommen, um die letzten bürokratischen Sachen zu regeln: Krankenkostenabrechnung, Transportkosten, Projektgeld etc.

Morgen Abend fliegt eine andere Freiwillige nach Deutschland zurück, die zusammen mit mir am 3. August 2008 hier in Ouagadougou gelandet ist.

Dieses Wochenende werde ich dann die letzten Abschiedsbesuche in Ouagadougou machen. Ich besuche auch meinen verunglückten Kollegen im staatlichen Krankenhaus (Centre hospitalier universitaire Yalgado).

Samstag werde ich dann nach Arbollé zurückfahren, und die letzten Reisevorbereitungen treffen. Freundlicherweise hat die örtliche Hebamme mir angeboten, ihre Wage zu benutzen, so werde ich nicht mit erheblichem Übergewicht meines Koffers und Rucksackes am Flughafen ankommen.

Am 23. Juli holt mich dann mein Chef morgens in Arbollé ab und ich fahre nach Ouagadougou, wo ich meine letzten zwei Tage verbringen werde.

Heute bin ich vermutlich mein letztes Mal in Yako. Mit Karim, dem Schüler, der mit mir im Haus wohnt und der gerade sein Abitur erhalten hat, bin ich heute morgen hierhin gefahren. Er muss Zeugnisse und Urkunden beglaubigen lassen, und ich wollte ins Internet.

Nach Ouagadougou komme ich dieses Wochenende nicht, da ich am Samstag meine Abschiedsfeier machen werde. Sie findet in einem Maquis (einer kleinen Bar) , nicht weit von meinem Haus entfernt, statt. Ich freue mich sehr darauf, auch wenn es natürlich etwas traurig wird.

Als ich letztes Wochenende mit dem Bus von Ouagadougou nach Arbollé zurückgefahren bin, hat mich ein Mann, den ich nicht kenne, angesprochen und gesagt, dass er zu meiner Feier kommen wird… Ich war erst einmal sehr erstaunt, dann viel mir aber ein, dass sie im Radio schon davon geredet hatten. Hoffentlich wird es gut.

Bis jetzt habe ich etwas Essen, Licht und Musik bestellt. Ich habe die ortseigene Tanzgruppe bereits angesprochen, sie werden auch etwas aufführen.

Die Feier findet also Samstag Abend, ab 20 Uhr im Maquis von Nestor in Arbollé statt. Aus Ouagadougou kommen einige Freunde. Etwas problematisch ist es leider mit dem Übernachten, da es hier fast keine Möglichkeiten gibt… mal sehen, wie es so wird.

Donnerstag und Freitag hatten wir uns Abschlusseminar, was in Loumbila, einige Kilometer nördlich von Ouagadougou, stattgefunden hat.

Wir haben unsere Einsatzplätze analysiert, unsere erfüllten und enttäuschten Erfahrungen besprochen, die Zusammenarbeit mit den Partner begutachtet usw.

Leider waren die zwei Tage viel zu kurz, um alles besprechen zu können. Wir empfahlen deshalb, bei unseren Nachfolgern das Zwischenseminar zu verkürzen und das Abschlussseminar zu verlängern.

Ein wichtiger Punkt, den wir besprochen haben, war außerdem der Umgang mit der Rückkehr: Wie schließe ich das Jahr hier „gut“ ab, wie werde ich in Deutschland nach meiner Rückkehr gesehen, was erwartet mich dort…

Gestern habe ich mit Studenten der Universität Ouagadougou einen Ausflug nach Ziga, Laongo und Ziniaré gemacht.

  • Ziga liegt ca. 40km von Ouagadougou entfernt. Hier liegt eine der drei Trinkwasseranlagen der staatlichen Wassergesellschaft (ONEA), die die Hauptstadt Burkina Fasos versorgen. Das Wasser wird hier aufbereitet und die 40km nach Ouagadougou durch Rohre transportiert.
  • Laongo liegt an der gleichen Straße wie Ziga. Dort befindet sich ein Skulpturenpark. Alle zwei Jahre arbeiten Künstler aus der ganzen Welt weiter an den Skulpturen, entwickeln sie weiter und/oder entwerfen Neue.
  • Ziniaré ist das „Dorf des Präsidenten“. Hier hat er einen riesigen Tierpark aufgebaut und natürlich gibt es ein tolles Hotel mit rechtem Rasen und Schwimmbad. Der Tierpark ist entgegen meinen Erwartungen sehr großflächig und die meisten Tiere haben wirklich viel Platz zum Laufen. Die Strauße können sich sogar frei im ganzen Park bewegen.

Der ganze Ausflug war sehr interessant, nur leider hat es den ganzen Tag geregnet und als wir im Tierpark waren, hat es wie aus Eimern gegossen und wir sind bis auf die Haut nass geworden. Ich hätte nicht gedacht, dass mir hier einmal so kalt sein würde, denn natürlich war ich auf so ein Wetter nicht eingestellt, genauso wenig wie die meisten anderen Studenten.

Eine warme Dusche konnte ich dann auch nicht nehmen, weil es hier meistens keine Heißwasser-Boiler gibt. Aber ich habe mir dann einen heißen Tee gemacht und konnte gut schlafen.

In der offiziellen Auswahl für das WM-Qualifikationsspiel Burkina Faso-Malawi am 6. Juni in Blantyre sind fünf burkinische Fußballer, die normalerweise in deutschen Vereinen Spielen:

  • Jonathan PETROÏPA (Hamburg)
  • Aristide BANCÉ (Mainz)
  • Wilfried SANOU (Köln)
  • Moussa OUATTARA (Kaiserslautern)
  • Madi Saïdou PANANDETIGUIRI (Wiesbaden).

Weil heute Sonntag ist, wollten wir (eine andere Freiwillige und ich) es uns wieder einmal so richtig gut gehen lassen. In der Nacht hat es geregnet, es war dementsprechend „kühl“ und wir entschlossen, schwimmen zu gehen.

Diesmal haben wir aber nicht das Hotel Mercure Silmandé, das Azalaï Hotel Indépendance oder das Hotel Ricardo ausgesucht, sondern sind in das Hotel Laico Ouaga 2000 (ehemals Sofitel) gegangen.

Es liegt in dem neuen Luxusstadtteil „Ouaga 2000″, direkt neben dem Ende 2008 neu eröffneten Shopping-Center. Unglaublich. Die großen Hotels in Ouagadougou ähneln ja schon sehr europäischen Standards, aber dieses Hotel toppt wirklich alle.

Die erste Überraschung: Mopeds dürfen nicht vors Hotel fahren. Wir mussten das Moped hinter dem Hotel parken.

Zweite Überraschung: Man bekommt ein Handtuch. In vielen großen Hotels in Ouagadougou bekommen nur Hausgäste ein Handtuch.

Dritte Überraschung: Es gibt riesige Umkleidekabinen, mit Toiletten und Duschen. Blitze blank geputzt.

Vierte Überraschung: Der Preis.

Aber es war ein herrlicher Tag. Nicht zu warm, nicht zu kalt. Das Wasser war toll und das Becken einfach super groß zum Schwimmen. Danach haben wir noch eine kleine Tour durch das Villenviertel gemacht, einmal mit dem Moped zum neuen Palast des burkinischen Präsidenten, und dann wieder nach Hause gefahren.

Wenn die Ampel rot ist, haben die Verhkehrsteilnehmer grün, deren Straße die Straße mit der roten Ampel kreuzt. Wenn jemand blinkt, bedeutet das, dass er abbiegen möchte. Ein rundes, rotes Schild mit zum Boden vertikalen Strich bedeutet „Einfahrt verboten“. Wenn die Ampel grün ist, dann kreuze ich als Fußgänger die Straße nicht, wenn Autos/Mopeds kommen.

In Burkina denkt man ab und zu, dass diese Regeln einfach nur zum Spaß aufgestellt wurden, und man sich auch nur daran halten muss, wenn die Polizei an der Kreuzung steht. Gestern Abend bin ich von einem Ouaga-Monopoly-Spielenachmittag nach Hause gefahren. Es war schon dunkel. Mein Licht funktionierte und auch die Blinker waren in Einwand freiem Zustand. Ich wollte also nach links abbiegen. Weil ich ja weiß, wie schnell die hier fahren, bin ich schon sehr früh an den linken Rand der Mopedspur gefahren und habe den Blinker nach Links gesetzt. Ich wurde langsamer, und schwenkte mit dem Lenker schon nach links… und KRACH!!! Den hinteren Teil meines Mopeds zieht es nach rechts vorne weg und ich stehe plötzlich quer zur Fahrbahn. Das Moped, das mich gerammt hat, schliddert einige Meter nach vorne. Sofort laufen einige Burkinabè der Frau, die mich angefahren hat, zur Hilfe. Dem weißen Mann helfen? Wieso das denn, er ist doch sicher Schuld… Nach einiger Zeit fällt ihnen auf, dass man mir ja auch helfen könnte, und so wird fast widerwillig mein Moped auch wieder auf die Beine gestellt. „Weil die Frau nicht verletzt ist, können Sie das ja unter sich regeln“, sagt einer der herbeigeeilten Passanten. Ich wäre vor Wut fast ausgerastet. Der Frau ist nichts passiert? Na und, mehr als den Blinker setzen kann ich nicht machen um anzudeuten, dass ich abbiegen möchte.

Die Passanten sind weitergegangen und ich stand einige Zeit mit der Unfallverursacherin still am Straßenrand. Sie bastelte eifrig an ihrem Moped herum, vermutlich um mir zu zeigen, dass es sehr kaputt ist. Schon bei meinem ersten Unfall hat die Verursacherin versucht, es mir in die Schuhe zu schieben.

Ich habe dann vorgeschlagen, da beide Mopeds kaputt waren, solle jeder seine Reparaturkosten zahlen. Sie war nicht so begeistert. Natürlich wollte sie, dass ich alles zahle. Dann habe ich gesagt, dass wir nun eben die Polizei holen würden und ich würde sie anzeigen etc. Daraufhin hat sie eingewilligt. Sie scheint es am Ende aber verstanden zu haben, dass sie meinen Blinker hätte sehen müssen. Es war mitten in der Nacht, mein Rücklicht und der Blinker funktionierten, und ich war alleine auf diesem Teilstück der Straße. Sie verabschiedete sich und unsere Wege trennten sich.

Dann der nächste Schock beim Mechaniker: Der wollte 5 000Francs CFA für „die Reperatur“ haben. Was hat er gemacht? Mit dem Hammer auf den Auspuff einschlagen, damit der wieder gerade ist. Das nenne ich eine Reperatur. Ich habe ihn dann auf 2 000Francs CFA runtergehandelt, plus 500Francs CFA Benzingeld, weil sie versucht haben, einen neuen Auspuff zu kaufen. Eine weitzige Begebenheit gab es dann beim Mechaniker aber doch nicht. Er fragte mich, ob es eine Frau gewesen sei, die mich angefahren hatte. Ich sagte: „Ja“. Darauf hin fing er an, über die Fahrtkünste der Frauen zu lästern. Dabei sollte er sich nicht so aufspielen. In Burkina hat fast kein Mopedfahrer einen Führerschein, also weiß keiner, wie man sich richtig im Straßenverkeht verhalten sollte.

Gestern war einfach nicht mein Tag. Und hierzu fällt mir dann nur immer wieder der Standardspruch der Burkinabè ein, wenn es um den Vergleich zwischen Europa und Afrika geht: „Wir in Afrika sind solidarisch und hilfsbereit, ihr in Europa seit das nicht!“

Dieser Blogeintrag ist nach meinem zweiten unverschuldeten Unfall im ouagalesischen Straßenverkehr entstanden. Er spiegelt meine Gedanken kurz nach dem Unfall wieder und soll einen Eindruck meiner Gefühlslage nach dem Unfall geben. In keinster Weise hat er etwas mit meiner generellen Einstellung gegenüber Burkinabè oder Afrikanern im allemeinen zu tun.

Wir haben heute über den DED eine Sicherheitswarnung des Auswärtigen Amtes erhalten. Die Situation in den Ländern die an die Sahara angrenzen, scheint sich zu verschlechtern. Hier Auszüge aus dem Anschreiben:

„(…)wir haben diese Woche eine Information von der deutschen Botschaft hier in Ouagadougou erhalten, dass sich die Sicherheitslage in den Sahara-Anrainer-Staaten voraussichtlich verschlechtern wird.

Derzeit  ist bei den Reisehinweisen des AA für Burkina Faso folgender Text dazu zu finden:

„Dringende Sicherheitshinweise – Gefahr von Entführungen und Anschlägen

In den nordafrikanischen und den südlich an die Sahara grenzenden Ländern wächst die Gefahr des islamistischen Terrorismus und krimineller Übergriffe. Al-Qaida im Maghreb (AQM) sucht derzeit gezielt nach Ausländern zum Zwecke der Entführung. Wirksame Gegenmaßnahmen gegen diese Terrorgruppe zeichnen sich nicht ab. Es ist, wie aktuelle Hinweise bestätigen, jederzeit mit weiteren Entführungen westlicher Staatsangehöriger zu rechnen. Gerade auch deutsche Staatsangehörige sind einer deutlich ansteigenden Anschlags- und Entführungsgefahr ausgesetzt. Das Auswärtige Amt rät von Reisen in entlegene, nicht hinreichend durch wirksame Polizei- oder Militärpräsenz gesicherte Gebiete der Sahara und ihrer Randbereiche eindringlich ab.

Die Sicherheitsrisiken für Reisende differieren von Land zu Land und sind regelmäßig selbst innerhalb eines Landes unterschiedlich zu bewerten. Das Auswärtige Amt empfiehlt daher dringend, die landesspezifischen Sicherheitshinweise zu beachten.

Erhöhte Anschlagsrisiken bestehen für touristische Ziele wie Hotels, Bars und Diskotheken sowie alle Orte, an denen regelmäßig westliche Staatsangehörige verkehren. Beachten Sie auch hierzu die landesspezifischen Sicherheitshinweise.“

Die Botschaft hat uns  auf die obigen Hinweise persönlich aufmerksam gemacht.  Wenn auch Burkina Faso in dem Sicherheitshinweis nicht ausdrücklich genannt ist, gilt folgendes:

Bitte halten Sie die “Augen offen“  und informieren Sie das Landesbüro über Veränderungen der Sicherheit

Prüfen Sie die Sicherheit Ihrer Unterkünfte (Türen, Fenster)

Achten Sie auch darauf, (…) [Türen und Fenster] nachts zu verschließen.

Hier nochmal der komplette Link zu AA/Reisewarnungen BFA:

http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/BurkinaFaso/Sicherheitshinweise.html#t2

Die nationale Linienpilotengewerkschaft Frankreichs, die Syndicat national des pilotes de ligne (SNPL), hat heute eine Vorankündigung für einen Generalstreik zwischen dem 10. Juli und 3. August 2009 veröffentlicht.

Das bedeutet für mich eventuell lange Wartezeiten in Paris, wenn ich überhaupt bis dahin komme. Ich hoffe einfach, dass ich es bis nach Frankreich schaffe und von dort ist es ja auch möglich, mit dem Zug nach Deutschland zu kommen. Oder Air France bzw. der DED bucht mir einen Sitzplatz in einer Maschine von Royal Air Maroc, Afriqiyah oder Air Burkina… mal sehen, wie sich die Situation entwickeln wird.

Eine Frau wie keine andere„, so der Titel eines Filmes, der seit einigen Tagen in den burkinischen Kinos zu sehen ist.

Es geht um eine erfolgreiche Burkinabè, deren Mann sie mit ihrer Nachbarin betrügt. Sie kriegt es raus und holt sich, um ihm eine Lektion zu erteilen, einen zweiten Mann ins Haus.

Eine Parodie auf die Polygamie, die ja doch nur sehr einseitig akzeptiert ist.

Noch amüsanter als der Film selbst sind die Reaktionen der Zuschauer. In Burkina Faso ist Filmeschauen sowieso vielmehr ein großes Kommentieren des Filmes, alle reden die ganze Zeit, man lacht beherzt und telefoniert, wenn man angerufen wird. Heute war sogar ein Fotograph im Kino, der Fotos gemacht hat, wenn man es wollte.

Als ich das erste Mal in dem Film war, war ich mit einem burkinischen Freund von mir drin. Wir saßen neben einem Paar, die sich die ganze Zeit „geneckt“ haben… hinter uns saßen zwei Feministinnen, die sehr eifrig mit der Frau mitgefiebert haben, woraufhin mein Freund, mit dem ich im Kino war, immer gehässige Sachen zurückgeworfen hat.

Als ich vorhin das zweite Mal drin war, war das mit drei deutschen Frauen: Eine Weltwärtslerin, eine NFPlerin und eine Entwicklungshelferin. Sie alle haben sich köstlich amüsiert. Neben uns saßen zwei Männer, die auch wieder eher auf der Seite des armen „co-époux“ waren.

Es werden einfach Sachen in den Saal gerufen, wie „Ja, geh doch nach Hause“, „dabei hat sie ihn doch betrogen“ oder „ach, hau ab“. Es ist einfach lustig. Hoffentlich gewöhne ich mich in Deutschland dann wieder daran, im Kino ganz leise zu sein…

Seit Tagen ging es mir nicht so gut, was mich doch sehr beunruhigte, da ich seit meinem ersten Malariaanfall und dem Parasiten- und Pilzbefall im Januar diesen Jahres keine nennenswerten Beschwerden hatte.

Kopfschmerzen, Halsschmerzen und Nackensteife, sowie allgemeine Schlappheit haben mich dann doch sehr an den Malariaanfall im Januar erinnert und so habe ich heute, am Sonntag, einen Malariatest machen lassen. Dieser viel positiv aus und so nehme ich wieder ein Anti-Malariamittel. Von der gleichen Firma wie das letzte Mal, aber noch komprimierter: Die „Malariakur“ im Januar dauerte drei Tage, dieses Mal ist das Medikament auf 24 Stunden angesetzt, vermutlich also noch stärker…

So langsam aber sicher zeichnet sich jetzt die nahende Regenzeit ab… Es regnet immer wieder Mal, jetzt gerade sehr stark… und wenn es regnet, ist es wenigstens einige Stuendchen kuehl!

…da die Briefe aus Deutschland nach Burkina Faso, im Gegensatz zu den Briefe von hier nach Deutschland, die oft innerhalb einer Woche ankommen, öfters zwei bis drei Monate brauchen, bis sie mich erreichen, bitte ich alle, die mir noch einen Brief schreiben wollen, diesen innerhalb der nächsten Wochen abzuschicken.

Mein Aufenthalt hier, in Burkina Faso, neigt sich so langsam aber sicher dem Ende entgegen. In wenigen Tagen werde ich meinen letzten Drei-Monatsbericht abgeben und die Ausreisevorbereitungen laufen ebenfalls schon an.

Aber natürlich wird es auch während der drei letzten Monate noch viele, interessante Dinge zu berichten geben, die ich dann per eMail oder diesen Blog weitergeben werde.

Walter Korn präsentiert: Burkina Faso“ – eine Fotoausstellung zu Burkina Faso. Walter Korn und weitere Mitglieder der Vereine „Wunschträume/Netzwerke für Mädchen- und Frauenprojekte e.V.“ und „Forward Germany e.V.“ haben im Frühjahr 2009 ihre Projekte in der Region von Ouahigouya besucht. Da die Reise übers Wochenende stattfand, durfte ich die Delegation begleiten. Die Fotoausstellung, die noch bis zum 15. August 2009 (donnerstags – samstags, 14h30 – 20h00) geöffnet ist, zeigt eine Auswahl der Bilder, die während dieser Projektreise gemacht wurden. Die Ausstellung findet in München, in der Galerie Stephan Stumpf in der Schweigerstr. 8 (Nähe Mariahilfplatz) statt.

kornwalter_vernissagemuenchen

Während ich letztes Wochenende in Diébougou viel gelernt habe, wurde ich nun in Ouagadougou belehrt:

Ich bin anlässlich des Geburtstages einer anderen Freiwilligen am Samstag nach Ouagadougou gefahren. Nach meiner Ankunft habe ich mein Moped zum Waschen bei einem Mechaniker abgestellt, ohne es abzuschliessen, und dann bin ich weggegangen um bei den Partyvorbereitungen zu helfen.

Abends kam ich dann wieder dahin und… der Mechaniker war weg, mit Moped!!!

Ich habe mich dann mit einigen Leute unterhalten, die meinten, dass er eigentlich ein ordentlicher Kerl ist und das Moped sicherlich nur mitgenommen hat, eil er Feierabend gemacht hat und ich nicht da war…

Am nächsten Morgen bin ich dann dorthin, und er war wirklich wieder da, mit Moped. Er hatte es mitgenommen, eben aus dem oben genannten Grund.

Dann sagte er mir aber, ich solle das nie wieder so machen. Ein Moped ohne SchLüssel zu starten istein Kinderspiel (er ist mit meinem Moped nach Hause gefahren und hat mir dann demonstriert, wie man das macht).

Und es stimmt, die Burkinabè bleiben immer beim Mechaniker sitzen, wenn sie es zur Revision, reparatur oder zum Waschen geben… und vermutlich aus genau dem Grund.

Wieder was gelernt…

Wow, es hat geregnet, und zwar nicht nur ein bisschen, sondern richtig viel!

In der Nacht von Mittwoch, den 15. auf Donnerstag, den 16. April 2009 war es schrecklich heiß. Ich konnte gar nicht einschlafen und habe, nach hohem Wasserverlust und dem darauf folgenden Trinkbedürfnis das erste Mal während meines Aufenthaltes hier, den Rat unserer Mentorin während des Einführungsseminares befolgt: Ich habe meinen Schlafanzug nass gemacht und mich wieder ins Bett gelegt… Es hat ein wenig geholfen, geschwitzt habe ich aber trotzdem weiterhin.

 

Gegen drei Uhr in der Nacht begann es dann stark zu gewittern, Blitz und Donner begleitet von starken Regenfällen. Und der Regen hat den ganzen Donnerstag angedauert. Herrlich.

… und weitere Weissheiten, die ich während des verlängerten Osterwochenendes gelernt habe.

Über das verlängerte Osterwochenende war ich in Diébougou, im Südwesten des Landes auf der Straße nach Gaoua. In diesem Teil des Landes war ich bis jetzt noch nicht und so wollte ich von dem Feiertag profitieren.

 

Mit TSR (eigentlich die Abkürzung für «Transport Sana Rasmane», gemeinhin auch bekannt als «Transport sans respect») bin ich von Ouagadougou nach Diébougou gefahren, ca. 4 ½ Stunden Fahrtzeit. Vorher bin ich mit dem Moped aus Arbollé nach Ouaga gefahren.

 

In Diébougou war ich am Samstag Morgen bei einer kirchlichen Hochzeit, ca. 2 Stunden Kirche, und abends ab 21 Uhr in der Ostermesse, während der auch ca. 40 Leute getauft worden sind. Wir sind bis ca. 1 Uhr dort geblieben, die Messe ging aber noch weiter…

 

Am nächsten Tag waren wir dann auf zwei weiteren Tauffeiern und Ostermontag haben wir noch ein wenig die Umgebung erkundet.

 

Wir saßen viel in Maquis (in Diébougou wird, wie ich finde, viel mehr getrunken als in Arbollé) und da kam eben einmal auch diese etwas angeheiterte Frau auf uns zu, und wollte uns Familienrelationen erklären: Wie im Titel des Eintrages schon beschrieben, erklärte sie uns, dass ihr Mutter eine Frau ist. So weit, so gut. Dann ging es darum, dass es, wenn es sich um zwei Schwestern handelt, zwei Frauen sind und nochmal später sind es immer Cousinen, wenn es zwei Frauen sind, wenn es aber ein Mann ist, dann sind es Neffen…

 

????? Wir haben nichts verstanden, aber eines ist klar: Mütter sind Frauen, und damit basta!

Da ich diesen Monat nicht nach Ouagadougou gehen werde, wollte ich am 4. April in Yako ins Internet. Freunde von mir haben mich im Auto mit nach Yako genommen.

Die Tage vorher habe ich mehr als ein Dutzend eMails vorbereitet, die ich dann mit meinem eMail-Programm auf meinem Laptop nur noch hätte abschicken brauchen… Aber, wie ihr merkt, ich schreibe im Konjunktiv: Es hat nicht geklappt.

Vor dem Internetcafé angekommen, war es geschlossen, da der Besitzer krank ist.

Leider gibt es nur zwei Internetcafés, und beim zweiten, von der staatlichen Post, kann man seinen Laptop nicht anschließen. Da ich darauf nicht vorbereitet war, hatte ich meinen USB-Stick auch nicht mit und somit war es ziemlich bescheiden, die Ausbeute im Internet.

Vor allem, weil ich um 12h00 in Yako angekommen bin und dann vier Stunden vor der Post warten musste, bis die wieder aufgemacht haben… Na ja, das ist halt Burkina Faso. Die vier Stunden gingen auch verhältnismäßig schnell vorbei: Ich habe leckere Säfte getrunken, eine nette Bekanntschaft gemacht und geschlafen… schon so richtig burkinisch, oder?

Am Donnerstag war ich mit dem Franzosen, der für zwei Monate als Freiwilliger bei APS arbeiten wird, auf den Feierlichkeiten einer Beerdigung hier im Dorf. Es wurde „ warba “ und „ faongo “ getanzt, zwei traditionnelle Tänze der Mossi. Die Initiative zum Tanz geht dabei immer von der Familie des/der Verstorbenen aus, nach einiger Zeit kann aber jeder mitmachen….

Diese Feierlichkeiten sind für die Familien sehr wichtig, und so geben sie sehr viel Geld dafür aus, manche das ganze Erbe und andere verschulden sich sogar.

„ porte-char “, so nennen sie hier dieses freundliche Geschöpf:


Den französischen Namen habe ich noch nicht herausbekommen. Man nennt ihn auch „ porte-scorpion “, angeblich trägt er Skorpione durch die Gegend. Es ist schrecklich groß dieses Insekt (ca. wie die Handfläche), hat zehn Beine und ist schrecklich schnell…

Samstag Abend, 18h00 TU, Stade du 4-Août:

Preliminaires CAN/COUPE DU MONDE 2010 – CAF/FIFA ZONE AFRIQUE – 3ÈME TOUR

(FIFA WM-Qualifikationsspiel) Burkina Faso, in weißen Trikots mit Burkina-Flagge, gegen Guinea (Conakry), in rot-gelben Trikots. Sanitäter in rosa Westen mit rotem Kreuz.

Wir waren natürlich für «die Weißen», die Identifikation viel nicht so schwer :-)

Es war eine unglaubliche Stimmung im Stadion, alle Ränge waren am Ende voll belegt, bis auf einen Block mit guineischen Anhängern, von denen nur einige Dutzend anwesend waren.

Burkina hat mit 4:2 gegen Guinea (Conakry) gewonnen.

Ein ganzer Block war dem Militär gewidmet, die, wie bei uns die Cheerleader, für Stimmung sorgten, geklatscht und getanzt haben.

Nach dem Spiel sind eine andere Freiwillige und ich noch mit der Burkina Flagge durch Ouaga gefahren, haben den «Rondpoint des Nations unies» zweimal hupend umkreist und viel Zuspruch der recht in aktiven Ouagalesen bekommen, kein Mensch war auf der Straße und nur ab und zu gab es ein kleines Hupkonzert zu Ehren der «Étalons», so heißt die burkinische Mannschaft.

Eine sehr witzige Begebenheit: Als wir mit der Flagge durch Ouaga fuhren, standen auf einmal ca. 50 Kinder links und rechts am Straßenrand (wieso, weiß ich nicht; es war aber wie bei einem Radrennen oder so) und als sie uns gesehen haben, ging ein riesiges «Nasaara»-Geschrei los, wir sind hupend und Fahne schwenkend durch die Menge durch… Sehr, sehr lustig.

Na ja, abends gab es dann noch eine Abschiedsfeier spanischer Volontärinnen, die ihren sechsmonatigen Dienst beenden…

Den Sonntag haben wir am Pool liegend und mit viel Essen verbracht und morgen geht es dann erstmal wieder zurück nach Arbollé, weil mein Praktikum in Ouaga beendet ist.

Photos gibt es hier :

Ein kreativerer Titel ist mir für diesen Blogeintrag nicht eingefallen.

Gestern Abend lief im Verbindungsbüro Ouagadougou des Goethe-Institutes der Film „Nirgendwo in Afrika“ von Caroline Link im deutschen Original mit französischen Untertiteln.

Anfangs (Ende 2008) wurden deutsche Filme, organsiert vom Verbindungsbüro Ouagadougou des Goethe Institutes, im CENASA, dem Centre national des arts, du spectacle et de l’audiovisuel, gezeigt.

Seit Februar 2009 werden die Filme nun im Garten des Verbindungsbüros Ouagadougou gegenüber der Présidence der Universität Ouagadougou gezeigt.

Gestern sind wir dann noch im Pool dort schwimmen gegangen. Es war herrlich, dazu gab es kalte Getränke… So lässt es sich doch ganz gut leben :D

Am Wochenende war ich mit einer anderen Freiwilligen in Ouahigouya. Samstag Morgen sind wir mit STAF losgefahren und haben uns dann direkt auf die Suche nach den „Wasserfällen“ gemacht, die es ca. 30km nördlich Ouahigouyas geben soll. Wir wurden dann erst einmal auf die falsche Straße geleitet und sind 30km in die flasche Richtung gefahren. Also haben wir uns nach 30km unter einen Baum gelegt und gelesen…

Abends ging es dann zurück nach Ouahigouya, wir haben nett gegessen und sind dann an das Wasserreservoir gefahren, wo wir unseren Moskitdom aufgebaut und übernachtet habe. Es war nachts richtig kalt, vermutlich über 20°C, aber da wir tagsüber eine solche Hitze gewöhnt sind und es am Rande dieses riesigen Stausees richtig kühl ist, haben wir ganz schön gefroren. Aber es war toll…

Am nächsten Tag sind wir dann zu den „Wasserfällen“ gefahren. Dieses Mal die richtige Straße, aber Wasserfälle waren es dann doch nicht. In der Regenzeit vielleicht, aber nicht in der Trockenzeit. Trotzdem haben wir dort am Rande des kleinen Tümpels, der noch übrig war, gesessen, zwischen vier Kaimanen (die uns nicht zu nahe gekommen sind und sogar die kleinen Kälber und Zicklein in Ruhe gelassen haben).

In Ouagadougou hat es letzten Freitag richtig stark geregnet und die Temperaturen sind bis unter 30°C gesunken, vielleicht so um die 26°C, aber es war schon richtig kühl… aber leider ist das nur der so genannte «Mango-Regen». Mitte bis Ende März «lässt Gott es regnen», damit die Mangos gut gedeihen. Und es stimmt: Die Mango-Zeit hat jetzt seit einiger Zeit begonnen und dauert bis zur Zeit meiner Rückkehr an. Die Mangos sind so frisch, so gut, einfach lecker! Das werde ich in Deutschland sicherlich vermissen.

Na ja, nach dem Mango-Regen kommt dann die heißeste Zeit, von Ende März bis Ende April. Das Leiden beginnt jetzt also endgültig.

Ich habe soeben eine sehr interessante Webseite entdeckt:

WeltSpiegel | Der weltwärts Pressespiegel

Dort werden Presseartikel zum weltwärts-Programm gesammelt.

Wie habe ich diese Webseite gefunden? Ich war auf der Suche nach Artikeln über die „Brillenaktion“, diedie Eine-Welt-AG meines ehemaligen Gymnasiums mit mir zusammen durchgeführt hat. Hier der Artikel.

Auf dem Heimweg von der Eröffnungsfeier des « Deutschen Hauses » (dem Gebäudekomplex der deutschen Kooperation in Burkina Faso) bin ich gegen 21h30 nach Hause gefahren. Da ich am Wochenende in Arbollé war, war der Tank ziemlich leer und schon den ganzen Tag sagte ich mir «kontrolliere das Benzin! Kontrolliere das Benzin!» Leider habe ich es nicht gemacht und es hat mich erwischt: Benzinpanne. Natürlich dort, wo einmal nicht direkt eine Tankstelle nebenan ist. Aber glücklicherweise hat mich dann ein netter Herr mit seiner P50 vor sich her geschoben und so hat er mir ca. 20 Minuten Fußmarsch erspart…

Als ich dann am Sonntag Abend nach Ouaga zurückgefahren bin, schien es mir, als würde ganz Ouaga Richtung Norden fahren. Heute ist nämlich hier in Burkina Faso und in der islamischen Welt „Mawlid“ und in Arbollé wurde mir gesagt, dass es bei Ouahigouya eine große Pilgerstätte gibt, deshalb auch die ganzen Busse und Buschtaxis, die Richtung Norden fuhren.

Was ist Mawlid?

Schlau wie die Burkinabè halt sind, gelten Montag und Dienstag als freie Tag. Es gibt hier ein Gesetz, dass wenn ein Feiertag auf einen Sonn- oder Feiertag fällt, dann gilt der nächste Tag als Feiertag. Der Weltfrauentag viel auf einen Sonntag, also ist der Montag ein Extra-Feiertag. Montag wäre aber eigentlich Mawlid, der somit aber auf einen Feiertag fällt, weshalb Dienstag auch noch frei ist…

Der achte März wurde von der UNO zum Internationalen Tag der Frau erkoren. Hier in Burkina Faso wird er richtig gefeiert, in jedem Dorf gibt es Festlichkeiten.

In Arbollé fingen die Feiern schon am Abend des 7. März an, und zwar mit einem Fahrradrennen der Männer über 20km (Start: 16h00). Danach gab es einen gemeinsamen Lauf über vier Kilometer und abends sollte ein Film gezeigt werden,d er viel aber aus technischen Gründen aus.

Diese ganzen Aktivitäten habe ich leider nicht miterleben können, weil ich erst am Samstagabend angekommen bin, da ich nicht gedacht hätte, dass es hier so ein großes Ereignis ist.

Aber Sonntag war ich dann den ganzen Tag dabei und es war wirklich toll!

7h00: Radrennen der Frauen über acht Kilometer.

9h30: Offizielle Zeremonie.

10h30: Konferenz/Diskussion über Gewalt gegen Frauen.

15h30: Seilziehen Frauen gegen alte Männer.

16h00: Fußballspiel Frauen gegen alte Männer.

20h00: Theaterstück mit Bezug zur Emanzipation der Frau.

22h00: Party.

Natürlich wurden die Zeiten nicht eingehalten. Ich konnte dem Radrennen zusehen und der offizielle Zeremonie. Mittags wurde ich bei einem Bekannten zum Mittagessen eingeladen. Die Konferenz ist aus Zeitmangel ausgefallen und die sportlichen Aktivitäten am Abend konnte ich leider nicht mitverfolgen, da ich nach Ouaga zurückfahren musste, da ich heute beim Radio Pulsar arbeite.

Es war aber ein sehr toller Tag und es hat sich auf jeden Fall gelohnt, für dieses Ereignis nach Arbollé zu fahren.

Nachdem vor Monaten unser Haus die Solarplatten erhalten hat und die anderen drei Zimmer, plus die Dusche, bereits installiert wurden, habe ich vorletzte Woche auch endlich in meinem Zimmer Licht bekommen. Es ist einfach herrlich. Anlässlich des Internationale Tages der Frau habe ich in Arbollé übernachtet und konnte das erste Mal bis spät in die Nacht sehr komfortabel lesen.

Seht selbst:

Solarlicht in meinem Zimmer

Solarlicht in meinem Zimmer

und sogar eine Steckdose habe ich erhalten

und sogar eine Steckdose habe ich erhalten

„Les écoles, partenaires de l’avenir“, so der Name einer Initiative des deutschen Außeniministers Frank-Welter STEINMEIER.

Im Oktber 2008 wurde diese Initiative offiziell in Burkina Faso gestartet und heute morgen unterschrieben die beiden ersten Lycées den Vertrag mit dem Goethe-Institut. Es handelt sich um das Lycée Bogodogo und das Lycée mixte de Gounghin, beide aus Ouagadougou.

PASCH fördert das Erlernen der deutschen Sprache im Ausland, und die von einer Jury ausgewählten Schulen profitieren von einer previligierten Unterstützung des Goethe-Inistutes (Schulmaterial, technische Geräte, Stipendien, Weiterbildungskurse).

Einen kleinen Beitrag über dieses Event durfte ich für Radio Pulsar FM vorbereiten. Er wurde in den Mittagsnachrichten um 12h00 (TU bzw. burkinischer Zeit) gesendet. Auf der Webseite des Radio Pulsar FM kann das Journal ab ca. 14h00 (TU bzw. burkinischer Zeit) für 24 Stunden noch einmal angehört werden…

Das American Recreation Centre ist das Freizeitzentrum der Amerikanischen Botschaft. Dort gibt es ein herrliches Restaurant, eine Bücherei, eine Videothek, eine Sofaecke, einen Fitnessraum und einen Pool, den man als Externer für 1 000F CFA pro Besuch benutzen darf. Es gibt jedoch ein Monatsabonnement für 10 000F CFA, das ich mir jetzt für März gekauft habe, weil das Radio, bei dem ich das Praktikum mache, nicht weit weg ist und so kann ich mich in der Mittagspause dort abkühlen, mich mit Freunden dort treffen und einen leckeren Schokoladen-Milchshake trinken…

Am Samstag Abend war ich mit Freunden bei der Eröffnungszeremonie des FESPACO 2009 (Festival panafricain du cinéma de Ouagadougou 2009), die im „Stade du 4 août“ stattgefunden hat. Wir hatten einen sehr guten Platz mit Blick auf die Bühne und konnten deshalb unter anderem die Auftritte von Floby, Alif Naaba und FasoKombat, drei der bekanntesten burkinischen Musiker bzw. Musikgruppen, gut beobachten.

Die ganze Zeremonie war sehr gut organisiert, es gab sogar einige richtig interessante Darbietungen: Die Auftritte der drei oben genannten Künstler und anderer Musiker, Auftritt einer Djembe-Gruppe (Trommelgruppe), eine Parade mit Stelzenmännern und Riesenfiguren, Tanzvorführungen und… EIN FEUERWERK!!!

Es war wirklich beeindruckend schön. Ich bin so glücklich, dass ich dort hingegangen bin und was mich auch sehr gefreut hat, war die Freude der Burkinabè beim Anblick des Feuerwerkes.

Jetzt heißt es also eine Woche lang Filme schauen, Filme schauen, Filme schauen!!! Morgens um 8h00 beginnen die ersten Filmvorführungen und abends um 22h30 beginnen die letzten Filme…

Es ist unglaublich, wie viele Europäer/Nordamerikaner/Asiaten anlässlich des FESPACO (Festival panafricain du cinéma de Ouagadougou) in die Hauptstadt Burkina Fasos gekommen sind. Die Hotels platzen aus allen Nähten, überall sieht man Weiße in den Straßen und die Straßenhändler sprechen einen jetzt mit „Du bist fürs FESPACO gekommen, stimmt’s?“ an. Sehr lustig…

Ich bin ja derzeit dabei, die Eröffnung eines Internetcafés hier in Arbollé vorzubereiten und habe mich deshalb vor zwei Wochen bei Onatel (Office national de la télécommunication), dem staatlichen Telekommunikationsunternehmen, über die Preise informiert. Es ist wirklich unglaublich, wie viel die für eine gute Verbindung auf dem Dorf haben wollen.

In der Stadt (zurzeit nur Ouagadougou, wie mir gesagt wurde) gibt es günstigere Verbindungen, aber um hier auf dem Dorf mehrere Computer mit der gleichen Geschwindigkeit auszustatten (die schwächste ist 64Kb/s) muss man pro Monat ca. 200Euro bezahlen und die Installation (gut 600Euro) und der Kauf des Modems (gut 1500Euro) kommen noch hinzu.

Solche Preise habe ich wirklich nicht erwartet. Ich werde mich aber weiterhin informieren um zu schauen, ob es noch andere Alternativen gibt… Leider gibt es aber keine privaten Anbieter, die als Konkurrenz dienen, sodass es auch keine anderen Angebote gibt!

Wow, das war eine Überraschung: Am16. Februar hat es nach einigen Monaten ohne Regen wieder getröpfelt… Den ganzen Morgen war es unerträglich warm und drückend und dann, nachmittags, fing es an etwas zu regnen. Es war nicht viel, aber begleitet von einem sehr starken Wind, hat es nachts gut abgekühlt und der Schlaf wurde etwas erträglicher. Leider ist dafür die Luftfeuchtigkeit rapide in die Höhe gestiegen… Aber es wird jetzt wohl bis Mai wieder nicht regnen, wie mir die Dörfler sagten.

Das zweite Radio, das ich besucht habe, ist das Radio La voix du paysan. Es gehört zu den „Groupements NAAM“, einem Verein der die Bauern in der Region unterstützt. Gestartet wurde das Radio von der dänischen Kooperation, die es mit Startkapital und –material ausgerüstet haben. Das Radio finanziert sich durch Werbung, Kommuniqués und durch die Zuwendungen des Vereines.

Ausserdem hat das Radio eine Kooperation mit Radio Sussie Romande – La 1ère. Veraltete Geräte werden somit von diesem schweizer Radio nach Burkina Faso geschickt.

RFI hat das Radio des weiteren mit dem Ordispace ausgestattet, mit dem das Radio Sendungen mit Afrikabezug empfangen und frei weiterverbreiten kann.

Nach Ouahigouya bin ich letztes Wochenende natürlich nicht nur zum Spass gefahren, sondern habe dort auch zwei Radiosender besucht.

Das erste war das Radio Notre-Dame du Sahel, ein katholischer Sender, der sich ausschliesslich durch die Spenden der Diozöse finanziert…

Es gibt einen permanenten und bezahlten Animateur/Journaliste, der Rest der Redaktion besteht aus Freiwilligen.

Lange Nacht vom 14. auf den 15. Februar in Ouahigouya:

Mit knapp 62 000 Einwohnern ist Ouahigouya die viert wichtigste Stadt Burkina Fasos, nach Ouagadougou, Bobo-Dioulasso und Koudougou. 180km nordwestlich von Ouagadougou gelegen, hat sie dennoch alles, was man braucht: Strom, teilweise fliessendes Wasser, gute Internetverbindung… Dieses Jahr werden die offiziellen Feierlichkeiten des Nationalfeiertages (11. Dezember) dort abgehalten, der nächste Freiwillige auf meinem Posten kann dort also auf jeden Fall dabei sein!!!

Es gibt nicht viel zu tun in Ouahigouya, wir haben die Stauseen besucht (in deren Umfeld es herrlich grün und kühl ist) und ca. 40km weiter nördlich gibt es Wasserfälle, die wir aber an dem Wochenende nicht besucht haben.

Für die Partylöwen und –löwinnen gibt es eigentlich nur zwei Clubs: Das „l’Amitié“ und das „Baobab“. Wir waren im Baobab und es war eine super Stimmung, die Musikmischung war meistens ok (zeitweise gab es mal längere „Durststrecken“ mit nur afrikanischer Musik). Das Ambiente ist auch recht gelungen, Türsteher bewachen den Eingang (Eintritt: 1000F CFA, also ca. 1.50EUR) und es gibt einen Innenteil und einen Garten… Die Licht- und Tontechnik ist sicherlich vergleichbar mit Diskotheken in Europa.

Aber wie so oft (Marina Market, Orca, Fadoul Technik, Burkina pas cher usw.) ist auch der Besitzer des Baobab Libanese. Aber das mildert die tolle Stimmung ja nicht…

Tja, so schnell kann es gehen…

Petit Leon wurde am Montag, den 16. Februar verkauft. Ein schreckliches Bild:

Die Beine zusammen geknotet und über den Lenker einer P50 gehängt!

Der angebliche Grund war, dass mein Chef, der am Sonntag wieder einen Überraschungsbesuch in Arbollé gemacht hat, ich aber leider nicht da war, weil ich es ja nicht wusste, das Schaf nicht in seinem Hof haben möchte… Ob das stimmt weiss ich nicht; Für 7500F CFA (11,43EUR) wurde er nun verkauft.

Mein Aufenthalt in Ouahigouya ist undervoll, die Stadt ist wirklich schön, besonders an den Stauseen nördlich ausserhalb, wo es angenehm kühl ist… Dort werde ich sicherlich noch mal einen Ausflug von Arbollé aus machen!

Heute Abend gehen wir, ein Freund von mir, einige Freunde von ihm und ich, gemeinsam hier in der viertgrössten Stadt Burkina Fasos aus. Ich bin echt gespannt, wie das wird!!!

Hier habe ich jetzt viel Kontakt mit jungen Studenten und mit dem Land kann es eigentlich nur noch aufwärts gehen, sie sind sehr offene, unterhalten sich über alle möglichen Dinge (in Arbollé sind die Gesprächsthemen manchmal doch etwas beschränkt)…

Ein Vater hier erzählte mir ganz stolz von seinem Besuch in den Niederlanden, wo er gesehen hat, wie sich zwei Mädchen küssten und als er dann fragte, wieso sie das machen, haben sie geanwortet, dass sie gerade geheiratet haben… Und er fand das ganz toll, das war wirklich das erste Mal, dass mir in Burkina Faso eine solche Offenheit begegnet ist. Man hat gemerkt, dass er es nicht so machen würde, aber er hat ihnen ihre freie Entscheidung gelassen…

Dann, etwas später heute Nachmittag, waren wir dann bei einer Familie zuhause und im Fernsehen lief ein chinesischer Film, auf Chinesisch mit englichem Untertitel und eine der Hauptsequenzen war: Zwei Chinesinnen die sich Wild im Bett vergnügten… Nicht, dass hier Homosexualität an der Tagesordnung wäre, aber bei der jüngeren Generation scheint es nich mehr als etwas Abscheuliches angesehen zu werden.

Das Wochenende macht mir auf jeden Fall Spass, es ist toll, aus Arbollé rauszukommen und mal nicht nach Ouaga zu fahren. Hier ist es wirkilch schön und an einem der nächsten Wochenenden werde ich mit einer anderen Freiwilligen hierhin fahren.

Morgen Mittag geht es dann nach Arbollé zurück und Montag geht es wieder an die Arbeit.

Allen auf der ganzen Welt wünsche ich ein angenehmes Wochenende!

Am 12. Februar habe ich nachmittags um 16h00 in meinem Zimmer 38°C gemessen, das Thermometer im Wohnzimmer zeigte sogar 39°C an. Ein Thermometer draußen im Schatten berichtete von 42°C… Es ist schrecklich, wie die Temperaturen jetzt steigen…

Nach dem Ende unseres Zwischenseminares am 8. Februar, ist eine Freundin von mir mit nach Arbollé gekommen. Am Montag darauf sind wir dann zusammen nach Yako gefahren, weil ich mit der staatlichen Telefongesellschaft über meine Internetcafé-Pläne reden wollte und sie über Débougou nach Bobo zurückfahren wollte.

Es kam dann aber doch anders: Busse direkt nach Débougou gibt es nur Montag Morgen (den hatten wir verpasst) und Donnerstag Morgen. Da sie aber Mittwoch wieder auf der Arbeit sein musste, entschlossen wir uns spontan, eine Nacht in Yako zu bleiben und sie fuhr dann am nächsten Morgen über Ouaga nach Bobo.

 

Abends in Yako sind wir dann ins „Kino“ gegangen, Videoclub genannt. Dort hat jemand seinen privaten Fernseher mit DVD-Player der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Man zahlt 50F CFA/Film und sitzt dann in einem leeren Raum auf Holzbänken vor dem Fernseher.

Was für tolle Filme haben wir gesehen?

 

Der erste war „So close“, ein chinesischer Actionfilm auf Französisch mit englischen Untertiteln. Raubkopie natürlich, also musste zwischendurch die CD gewechselt werden.

Es war sehr lustig, aber der Kulturschock ging weiter: Nachdem wir uns in der Pause schnell eine Cola gekauft haben, sind wir wieder zurück ins „Kino“ und dann kam „Jeet“, ein indischer Bollywood-Film. Und jetzt kommt der Knüller: Auf indisch mit englischem Untertitel. Die Mehrheit der Zuschauer hat also gar nichts mitbekommen und selbst wir beiden einzigen Ausländer an dem Abend haben die Handlung nicht verstanden. Witzig war nur, dass die meisten Tänze in den schweizer Alpen gedreht wurden…

 

Na ja, um 24h00 wars dann zu Ende und wir sind in die Herberge gefahren, wo wir übernachtet haben… Dienstag ganz früh ging es dann für sie zurück nach Bobo und für mich zurück nach Arbollé, wo ich den Projektplan fürs Internetcafé mit den in Yako gewonnen Kenntnissen konkretisieren konnte.

So, nun beginnt also die Zeit der gewollten Stromausfälle in Ouagadougou.

Es wird täglich wärmer und somit steigt der Stromverbrauch aufgrund des vermehrten Einsatzes von Klimaanlagen und Ventilatoren. Die staatliche Stromgesellschaft Burkina Fasos stellt also stundenweise in bestimmten Quartiers den Strom ab, um den Bedarf sichern zu können. Da ist es also von Vorteil, auf dem Land zu wohnen, wo es nie Strom gibt…

Wenn du dich schon für weltwärts beworben hast, insbesondere natürlich beim DED und noch besser für meinen Einsatzplatz, dann kannst du dich gerne bei mir melden und mir alle deine Fragen stellen, die dir auf der Seele brennen…

Eine Frage, die mir seit einigen Wochen immer wieder gestellt wird:

„Wann kommst du eigentlich wieder Leon?“

Ich finde es richtig nett, dass sich schon so viele von euch auf meine Rückkehr freuen, für mich ist es aber dennoch sehr weit weg, weil meine Arbeit hier jetzt richtig begonnen hat und ich toll intregriert bin! Aber zu eurer Information: Mein Vertrag mit dem DED geht bis einschliesslich 3. August 2009. Das ist also der letze Tag, an de m ich zurückkommen kann. Die DED-Reisestelle legt drei Monate vor Vertragsende das endgütlige Datum fest… aus buchungstechnischen und/oder organisatorischen Gründen kann der Rückflug aber auch einige Tage vor dem Vertragsende erfolgen. Das erfahre ich dann aber erst, wie gesagt, drei Monate vor Vertragsende.

Ich hoffe, ihr lest weiterhin fleissig meinen Blog, auch wenn es noch einige Zeit hin ist, bis ich wiederkomme…

Hier die erste und letzte Nachricht vom Zwischenseminar: Die Internetverbndung ist echt schlecht hier in Bobo-Dioulasso und das WLAN-Netzwerk funktioniert nicht, nicht einmal in dem Hotel, in dem wir tagen… Na ja:

Heute haben wir über unsere bisherigen, „interkulturellen“ Lernerfahrungen gesprochen. War ganz interessant, heute Nachmittag geht es dann mit den „Problemen“ weiter, die dabei aufgetauch sind.

In den nächsten Tagen werden dann unsere Einsatzplätze bewertet, das Programm „weltwärts“ und am Ende, nach der Rûckkehr nach Ouagadougou, gibt es ein gemeinsames Treffen mit den Partnerorganisationen, dem DED und uns, den Freiwilligen… Was dabei rausommt, bin ich sehr gespannt.

Sonst bin ich derzeit noch dabei, mich an der Universität zu bewerben, was von hier aus sehr zeitaufwendig und anstrengend ist, weil es immer auch noch über Deutschlansd gehen muss, wo meine Eltern beglaubigte Kopien einfügen.

Nein, das sind keine Italienerinnen die ich kennengelernt habe und auch keine sonstigen Freunde von mir…

Na ja, in gewisser Weise ja schon: Giardia und Candida sind die beiden Fremdkörper, die mich zusätzlich zu meinem Malariaanfall stark geschwächt haben.

Bei Giardia handelt es sich um eine amöbenähnliche Parasitenart und Candida ist ein Champignon, als ein Pilzbefall. Diese beiden Dinge habe ich in meinem Darm und sie haben das Fieber erhöht.

Gestern habe ich dann also Medikamente dagegen bekommen und fahre in wenigen Minuten wieder zurück nach Arbollé, wo ich meine Arbeit wieder aufnehmen werde…

In einigen Tagen ist dann alles überstanden und ich brauche keine Medikamente mehr nehmen.

So, jetzt hat es mich also doch auch erwischt:

Als ich letzten Freitag nach Ouagadougou gefahren bin, hat sich mein Gesundheitszustand sehr verschlechtert, ich hatte Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, die Augen taten weh… Zeichen einer Malaria. Ich habe aber noch bis Samstag gewartet, nachts hatte ich starkes Fieber und im Laufe des Samstages wurde es nur noch schlimmer, worauf mich eine andere Freiwillige zum Arzt gefahren hat. Dort wurde ich untersucht, bis jetzt alles ok, außer einer „Crise de palu“. Das bedeutet, dass es keine stark ausgebrochene Malariaerkrankung ist, sondern eine Art „Anfall“. Die Attacke war vermutlich deshalb so „schwach“ (man kann auch richtig zusammenbrechen mit anschließender Einlieferung ins Krankenhaus), da ich meine Malariaprophylaxe weiterhin nehme und der burkinische Arzt, der mich untersucht hat, empfiehlt mir ebenfalls, die Prophylaxe weiterhin zu nehmen, da ich nicht in Ouaga wohne und die Behandlung durch einen Arzt daher verzögert sein kann… deshalb lieber eine „Crise de palu“ als eine starke Malariaattacke…

Gestern wurde mir noch Blut abgenommen und ich musste andere Dinge abgeben (Tipp: Macht man auf der Toilette!) und das wird alles bis Mittwoch Abend untersucht.

Die Blutuntersuchung hat ergeben, dass alles normal ist. Die vorläufige Stuhluntersuchung: Ich habe Parasiten. Die Behandlung wird aber erst begonnen, nachdem die endgültigen Ergebnisse da sind…

Mir geht es jetzt aber wieder besser, bin bis Mittwoch krank geschrieben und der Arzt empfahl mir, in der Zeit in Ouaga zu bleiben. Donnerstag, nachdem ich die Stuhl- und Urinergebnisse dem Arzt gezeigt habe, werde ich dann nach Arbollé zurückfahren.

Die Franzosen, die noch bis Montag in Arbollé verweilen, haben kürzlich ein Schaf geschenkt bekommen und weil ich mich immer um es kümmere, ein bisschen schmuse, mit ihm rede :-) haben meine Kollegen es jetzt „Petit Leon“ genannt. Lustig, oder? Aus diesem Grund wird es jetzt vermutlich auch nicht geschlachtet, aber was mache ich denn dann mit ihm/ihr? Muss ich ja jeden morgen füttern etc… Ich stelle bald auch noch ein Foto hoch.

Bei mir in Arbollé sind jetzt sieben Franzosen (alle im Alter meiner Großeltern) der Association Ars-Arbollé eingezogen. Mitglieder dieses Vereins besuchen alle zwei Jahre ihre Projekte in Arbollé und deshalb sind sie jetzt auch wieder da…

Sie haben erst mal das ganze Haus geputzt, einige Annehmlichkeiten eingeführt (auf der Toilette kann man jetzt zum Beispiel sitzen) und auch sonst ist es eine angenehme Abwechslung… Sie werden bis Ende Januar bleiben.

Eine Journalistin ist auch dabei, die mit uns beim Radio arbeiten wird, und wir werden sehen, was wir verbessern können bzw. (wieder)einführen können.

So, jetzt habe ich mal wieder etwas Zeit, einen Blogeintrag zu schreiben…

Und den widme ich den Urlaub mit meinen Eltern…

In der Nacht vom 21. auf den 22. Dezember sind meine Eltern und meine Schwester also dann endlich in Ouagadougou gelandet. Zusammen mit dem Präsidenten der Association und zwei weltwärts-Freiwilligen seiner Association, für die meine Eltern die Brillen mitgebracht haben, warteten wir als vor dem Ausgang des Aéroport International de Ouagadougou, der derzeit in vollem Umbau ist („Wir renovieren, um den Umzug auf das neue Gelände außerhalb der Stadt vorzubereiten“ steht ganz stolz auf Plakaten vor dem Flughafen…). Ich war wirklich aufgeregt und als ich sie dann durch die Scheibe gesehen habe, war ich sehr glücklich. Dem Zöllner war das Durchsuchen der ganzen Taschen dann auch zu anstrengend und so durchquerten sie den Zoll recht schnell… Dann ging es durch die schlaftrunkene Hauptstadt Burkina Fasos in Richtung Gästehaus. Meine Schwester habe ich auf dem Moped mitgenommen, und meine Eltern sind mit dem Gepäck und dem Präsidenten und den Freiwilligen im Auto gefahren.

Nachts um vier Uhr sind wir dann endlich angekommen, schnell geduscht und dann ab ins Bett… auch wenn einige vor Aufregung nur sehr schlecht geschlafen haben.

Den nächsten Tag ließen wir ganz ruhig starten: Ausschlafen und dann zum Loumbila Beach, einem Schwimmbad etwas außerhalb von Ouagadougou. Dort sind wir mit Mopeds hingefahren…

Abends sind wir dann in das vegetarische Restaurant (NASA) im selben Viertel des Gästehauses Essen gegangen.

Am 23. Dezember haben wir dann das Reichenviertel „Ouaga 2000“ mit dem Auto besichtigt. Mein Chef hat uns freundlicher Weise seinen Wagen mit Chauffeur zur Verfügung gestellt. Danach ging es dann nach Arbollé, wo wir das Radio und mein Haus besucht haben. Und dann gab es noch ein leckeres Essen mit allen Mitarbeitern von APS und Arbollé FM…

Am 24. haben wir dann den Stadtpark besichtigt und danach meinen Kollegen im staatlichen Krankenhaus besucht, da er einen schweren Autounfall hatte.

Das war auch eine Erfahrung, einen so realen Einblick in das hiesige Gesundheitssystem zu bekommen. Nun weiß ich, wieso wir uns nur im äußersten Notfall dort einliefern lassen sollen. „Wenn ihr noch bei Bewusstsein seid, sagt, dass ihr zur „Clinique XY“ wollt“. Wir haben für verschiedene Anliegen, verschiedene Kliniken und Ärzte genannt bekommen, die wir konsultieren sollen… Im staatlichen Krankenhaus müssen sich die Angehörigen um die Ernährung und die Pflege des Kranken kümmern, Ärzte kommen nur sporadisch vorbei (wir haben leider keinen gefunden) und der gesamte Gebäudekomplex ist nicht gerade in gutem Zustand…

Abends haben wir dann die Weihnachtsfeier der DED-SEWA-weltwärts-Freiwilligen besucht und haben danach kurz bei der AMPO-Weihnachtsfeier vorbeigeschaut.

Am 25. Dezember ging es dann mit Rakieta, einer Busgesellschaft, nach Bobo-Dioulasso. Dort sind wir dann im Dunkeln angekommen und direkt ins Hotel gefahren.

Das erste Mal habe ich mein Moped im Bus mit genommen und es hat alles gut überstanden…

In Boromo, auf halber Strecke zwischen Ouaga und Bobo, hat der Bus einen Stopp gemacht und die Verkäufer den Bus umringt. Als ich ausgestiegen bin, wurde auch ich direkt umringt, die Sesamcracker wurden mir schon fast in die Hosentaschen gesteckt… Wirklich schlimm. Nach einiger Zeit kamen dann Sicherheitsleute und haben eine „Verkäufer freie Zone“ um die Busse geschaffen…

In Bobo haben wir am nächsten Tag die Moschee besucht (leider nur von außen, weil es Freitag war und das große Freitagsgebet war…) und danach die Altstadt von Bobo mit kleinen Häusern etc.

Am nächsten Tag sind wir dann nach Banfora weitergefahren. Der Bus von Rakieta war da leider nicht mehr klimatisiert und auch die Organisation der Reise wurde schlechter, aber wir sind angekommen… In Banfora haben wir uns wieder ein Moped geliehen und wurden dann erst einmal an einem nicht mehr erkennbaren, von einem Lastwagen verstellten Stoppschild von der Polizei angehalten… Zwei Italiener standen schon dort. Tja, das ist hier leider so. Der Polizist, bei dem wir die Strafe (6 000F CFA/Moped) bezahlen mussten, hat mich dann richtig sauer gefragt, ob ich wirklich glaube, „dass diese Kontrollen willkürlich sind“. Natürlich sind sie das, oder wieso sonst wird dieses Stoppschild an einer von Touristen befahrenen Strecke (dort geht es zum See mit den Nilpferden) seit Jahren nicht erneuert…? Aber hier ist man der Willkür der Polizei leider komplett ausgesetzt… Eine Freiwillige wurde neulich von einem Polizisten angehalten, der dann nur ihre Telefonummer haben wollte. Als sie sich weigerte, bedrohte er sie und sagte, er würde sie dann wegen „Nichtbeachtung einer roten Ampel“ anzeigen… Was soll sie denn da machen?

Na ja, weiter mit dem Besuch meiner Eltern: Wir haben also den schönen See mit den Nilpferden besucht und haben auch wirklich vier Tiere zu sehen bekommen. Es war wunderschön und der Fahrer des Holzbootes hat dann den drei Damen im Boot (wir sind mit dem italienischen Paar, das auch von der Polizei angehalten worden ist, Boot gefahren) eine Kette aus wunderschönen Seerosen gebastelt… kostenlos! Das war wirklich sehr nett und die Begegnung mit den Nilpferden wirklich spektakulär, auch wenn ich wirklich Angst hatte, weil die meisten Angriffe auf Menschen in Afrika durch Nilpferde geschehen, außerdem lief das Bötchen immer mit Wasser voll…

Abends haben wir dann noch die Wasserfälle angeschaut und sind am nächsten Tag wieder nach Ouagadougou zurück gefahren.

Dort haben wir uns am 30. Dezember ein Auto mit Fahrer gemietet und sind in den Nazinga-Nationalpark gefahren und haben schon auf dem Weg dorthin an der Straße einen Elefanten gesehen. Im Nationalpark haben wir dann Antilopen, Elefanten, viele Vögel und Schweine gesehen… wirklich interessant. Nur leider haben wir keine Zimmer im Campement innerhalb des Parkes bekommen und mussten deshalb immer eine ganze Strecke fahren (und das halt vor dem Morgengrauen und nach der Abenddämmerung).

Am 31. Dezember ging es dann Richtung Gorom-Gorom im Norden. Dort haben wir am Donnerstag, den 1. Januar 2009 den Markt besucht, auf dem viele Ethnien vertreten sind. Interessant ist auch der Dromeda-Markt…

In Gorom-Gorom haben wir in einem Campement übernachtet, kein fließendes Wasser (für mich ja nicht unbedingt neu), aber die Besitzer haben sich sehr gut um uns gekümmert, tolles Essen gemacht und eine Kameltour organisiert, uns den Sonnenuntergang von einem Felsen sehen lassen… also dort war es echt toll und eine sympathische Athmosphäre (www.gandefabou.org).

Dafür war das Campement in Oursi ziemlich schlecht, die hatten dort zwar Solaranlagen für die Beleuchtung und Wassertürme für die Duschen, aber das Essen war schlecht und wenig, das Personal unfreundlich und die Betten sehr dreckig… Aber auch dort waren wir ja nur eine Nacht, haben das von deutschen Forschern aufgebaute Museum angesehen und den Sonnenaufgang in den Dünen gesehen…

Danach ging es dann schon wieder nach Ouaga zurück, wir haben einen letzten Tag im Schwimmbad verbracht, abends waren wir Essen und dann ist meine Familie auch schon wieder abgeflogen… Das war ein komisches Gefühl, sie dort zum Flughafen zu bringen und die Tage danach ging es mir auch nicht ganz so gut…

Aber ich habe mich erholt und meine Pläne für 2009 sind groß, ich bin also beschäftigt…

Hallo,

ich bin nun aus dem Urlaub mit meinen Eltern und meiner Schwester zurückgekehrt. Wir waren in Ouagadougou, Bobo-Dioulasso, Banfora, dem Nazinga-Nationalpark, Gorom-Gorom und Oursi, und haben viele Zwischenstopps an interessanten Orten gemacht. Detaillierte Anektoden und witzige Begebenheiten, sowie Fotos folgen bald.

Meine Eltern fliegen heute zurück nach Deutschland und ich kehre morgen nach Arbollé zurück, wo ich zwei Wochen bleiben werde. Eventuell fahre ich am nächsten Wochenende ins Internetcafé nach Yako.

Also, nochmal an alle: Frohes, neues, gesundes, erfolgreiches und glückliches Jahr 2009!

Liebe Familie und Freunde, liebe treue Leser,

hier mit wünsche ich Ihnen/euch frohe Weihnachten und die besten Wünsche für das Jahr 2009!

Dies ist vermutlich der letzte Eintrag dieses Jahres, da ich während des Urlaubes mit meinen Eltern nicht online gehen werde.

Lassen Sie es sich/Lasst es euch gut gehen.

Leon

Nachdem ich bei meinem ersten Friseurbesuch komplett verunstaltet wurde (ich war bei einem „Straßen-Coiffeur“), bin ich nun den Empfehlungen der ausländischen Community gefolgt und zu einem anderen Friseur in der Innenstadt gegangen. Herrlich!

Man kommt rein, es ist sauber, riecht gut, man bekommt die Haar gewaschen, er hat verstanden, dass ich es stufig und franzig möchte etc.

Also dort werde ich jetzt immer hingehen… Natürlich sind die Preise auch höher, aber es hat sich gelohnt…

Der DED hat eine weitere Sicherheitswarnung rausgegeben:

Da das Jahresende und die großen Feierlichkeiten nahen, braucht jeder Geld: Also wird mehr geklaut!

Wir müssen demnach noch vorsichtiger sein. Auch die Polizei hält einen jetzt schon an, wenn man neben der Ampel ist und diese gerade von Grün auf Gelb springt… Echt krass!

Heute morgen bin ich im Dunkeln in Arbollé losgefahren, um den ganzen Tag in Ouagadougou nutzen zu können. Vollgepackt mit all dem Gepäck (ich sah vermutlich sehr burkinisch aus!) bin ich mit mp3-Player im Ohr und eingepackt in Schal, Pullover etc. losgefahren, dem Sonnenaufgang entgegen. Das war ein toller Moment…

Bis ich dann nach Ouaga reingefahren bin: 7h00, voller Berufsverkehrs. Schrecklich!

Nachdem ich jetzt fast zwei Monate nicht in Arbollé gearbeitet habe, kehre ich morgen wieder aufs Dorf zurück.

Die „Auszeit“ mit verschiedensten Aktivitäten hat mir aber auch für Arbollé etwas gebracht: Ich habe viel über meine Aktivitäten dort nachgedacht und mir einen Jahresplan aufgestallt, was ich noch alles machen möchte/werde.

  • Hörerbefragung zum Radio: Hörverhalten, Meinung zum Radio, Verbesserungsvorschläge, Wünsche; Ziel: Verbesserung des Radios, Abstimmung auf Hörerwünsche (das wird alles in einem Bericht am Ende des Jahres festgehalten. Für die Studie besuche ich alle Dörfer, die unser Radio empfangen).
  • Werbevideo: Das kann dann zur Repräsentation des Radiosenders und für Spendenveranstaltungen genutzt werden.
  • Mitgliedskarten für den „Club der treuen Hörerinnen und Hörer“ drucken lassen und verkaufen.
  • Eine schriftliche Vorstellung des Radiosenders mit allen Aspekten für Radio France Internationale, die uns eventuell unterstützen können.
  • Besuch anderer Radiosender in Burkina Faso und dem restlichen Afrika, um mich über deren Probleme, Sendungen etc. auszutauschen (Erfahrungsaustausch).
  • Wenn der Computer beim Radio wieder ganz ist, werde ich denen auch das Schreiben am Computer beibringen.
  • Vereinzelt werde ich Sendungen auf Französisch machen, wenn sich die Gelegenheit dazu ergibt.
  • Im Jahr 2009 werde ich ja dann noch zwei Praktika in Ouagadougou machen.

Meine Pläne wurden von den Verantwortlichen beim DED und von meinem Chef angenommen…

Heute war dann also mein letzter Tag bei Radio Ouaga FM. Ein wenig traurig bin ich schon, auch wenn die Arbeit doch täglich eintöniger geworden ist.

Dennoch: Ich habe viel gelernt, tolle Einblicke gewonnen und viele, nette, neue Menschen kennengelernt.

Der letzte Tag war aber auch einer der härtesten: Ich habe von 8h00 bis 16h30 „gearbeitet“ – Ohne Mittagspause. Es hat aber nur so lange gedauert, weil ich am Ende noch auf den DG (den Directeur général) gewartet habe. Er wollte mir unbedingt die Praktikumsbescheinigung schon heute ausstellen und wir haben dann noch ein Abschlussgespräch geführt.

Mein Tutor ist noch in Fada N’Gourma, weil er im Organisationskomitee der Feierlichkeiten sitzt und auch für das Radio Ouaga FM als Sonderentsandter gedient hat.

Ich werde mich mit ihm im Laufe der nächsten zwei Wochen noch einmal treffen.

Auf jeden Fall steht jetzt wieder etwas Arbeit an: Der Bericht über meine Praktikumszeit muss schnellstmöglich angefertigt werden…

Der 11. Dezember ist der Nationalfeiertag Burkina Fasos.

Zum ersten Mal fanden die offiziellen Feierlichkeiten nicht in der Hauptstadt statt, sondern in Fada N’Gourma, im Osten des Landes. Diese Maßnahme wurde im Zuge der Dezentralisierungspolitik gestartet, um Ouagadougou aus dem Zentrum zu rücken.

Nächstes Jahr finden die Festlichkeiten in Ouahigouya statt, im Norden des Landes. Aus Arbollé muss man der Straße nur Richtung Norden folgen und kommt dort an.

Eine andere Freiwillige wurde von einem Freund eingeladen, mit ihm nach Fada N’Gourma zu fahren und er bat sie, auch noch jemanden mitzubringen. Also sagte ich zu und wir sind früh morgens in das ca. 200km entfernte Fada gefahren.

Dort angekommen bot sich eine „parade civile et militaire“ (Zivil- und Militärparade). Zivil, das bedeutet, dass Schulkinder, Beamte, Angestellte etc. die Straße entlangmarschiert sind. Der Präsident auf der Ehrentribüne hat die Parade abgenommen. Erstaunlich war auch, dass die amerikanischen Freiwilligen des Peace Corps und asiatische Freiwillige ebenfalls mitgelaufen sind. Die deutsche Kooperation hat sich aber nicht beteiligt.

Wenn man eine Kamera dabei hatte, durfte man sogar immer in die erste Reihe gehen und so hatten wir, obwohl wir etwas zu spät angekommen sind, noch gute (Steh-)Plätze.

Interessant war, wieviel Geld der Staat in diesen Protzakt gesteckt haben muss… Und noch erstaunlicher: Die burkinischen Sicherheits- und Streitkräfte verfügen über Gerätschaften, das ist unglaublich. Panzer haben wir nicht gesehen, aber dicke Motorräder der Polizisten, Sondereinheiten der Gendarmerie, Lastwagen etc. Diese Bilder werde ich aus Sicherheitsgründen nicht auf meinen Blog stellen.

Am Ende fuhr dann Blaise Compaoré, der Präsident Burkina Fasos die Straße entlang und alle wollten näher an ihn ran und haben gejubelt. Da wurde uns die erste Reihe dann zum Verhängnis. Schon vorher haben die Polizisten die Leute ohne Kamera, die auch immer näher an die Straße ran sind, mit Stöcken schlagend zurückgedrängt. Als dann aber der Präsident vorbei kam, wurde die Stimmung noch angespannter und die Menge drückte von hinten, und von vorne kamen die Stöcke der Polizisten, um die Menge wieder zurückzudrängen.

Zum Glück wurde ich nicht getroffen, die Polizisten haben meiner Meinung nach aber auch geschaut, dass sie keine Weißen treffen, aber es war schon eine sehr angsteinflößende Situation… Zum Glück ist nicht mehr passiert.

Aber es war eine interessante Erfahrung, einer solche Militärparade beizuwohnen.

Danach waren wir dann noch essen, haben die „Unabhängigkeitsmesse“ (Foire de l’Indépendance), eine Art Markt, besucht und sind dann, kurz den heiligen Baobab-Baum fotografierend, wieder nach Ouagadougou zurückgefahren. Denn am Freitag mussten wir ja alle arbeiten…

Ach ja, nachdem wir dann angekommen sind, haben wir noch den Film des Goethe Institutes angeschaut, dabei bin ich aber eingeschlafen, da wir am Donnerstag bis Freitag Morgen auf einer Party waren und ich im Endeffekt nur zwei Stunden geschlafen habe (siehe vorherigen Blogeintrag).

Donnerstag Abend war ich mit einer anderen Freiwilligen im „Loft“ einer Bar/Diskothek im Zentrum Ouagadougous. Wir wollten schon immer eine Disco ausprobieren, und ein Freund hatte sie eingeladen und so sind wir dann zusammen dorthin gegangen.

Vorher haben wir im CCF (Centre culturel français Georges Méliès) einen Film geschaut. „Ezra“ beschreibt die Geschichte eines Kindersoldaten. Der Film hat 2007 beim FESPACO 2007 den „Etalon d’Or“ bekommen.

Danach sind wir dann noch italienisch essen gegangen und dann ging es zum „House Evening“ (ich weiß nicht mehr genau, wie die Veranstaltung hießt).

Es wurde, wie der Name schon sagt, vor allem „House“ gespielt. Das Loft hat einen wunderschönen Garten und eine tolle, moderne Einrichtung mit netten Sesseln, wie eine Art „Indoor-/Outdoor-Lounge“. Tolles Ambiente also, die Tanzfläche ist nicht zu groß, sodass man sich nicht alleine und einsam fühlt und die Hemmschwelle zum Tanzen nicht so hoch ist.

Die Preise: Na ja, im Maquis ist es günstiger, aber dort gibt es halt auch keinen Cuba Libre oder Tequila Sunrise. Aber sie sind nicht zu überteuert: Für meinen Cuba Libre habe ich knapp fünf Euro bezahlt… Es gibt natürlich auch Champagner für 40 000Francs CFA, aber das gibt es in deutschen Diskotheken ja auch.

Wir sind dann gegen 2h30 nach Hause gegangen und am nächsten Tag wurden wir dann um 7h00 abgeholt, um nach Fada N’Gourma zu fahren (siehe folgender Artikel).

Liebe Familie und Freunde,

als ich heute mein Postfach im DED-Büro geleert habe, wurde ich mit Briefen überhäuft.

Ich danke euch allen für die lieben Briefe, Weihnachtskarten, Postkarten etc.!!!

Sie alle werden in Arbollé, in meinem Zimmer an den Schrank gehängt, damit ich immer an euch und Deutschland erinnert werde.

Es sind wirklich eine Menge Briefe, die mich bis jetzt schon erreicht haben und ich freue mich riesig! Das Beantworten wird allerdings etwas länger dauern. Vor Weihnachten schaffe ich das vermutlich nicht mehr, da ich am Sonntag nach Arbollé zurückfahre und dort dann einiges organisieren muss, um im nächsten Jahr richtig arbeiten zu können.

Also: Herzlichen Dank nochmals und eine Antwort kommt auf jeden Fall!

Was einige vielleicht interessiert: Wie laufen die Adventssonntage von mir hier in Burkina Faso so ab?

Den ersten Advent haben wir bei gut über dreißig Grad Celsius am Rande und im Pool des Hotels Mercure Silmandé in Ouagadougou verbracht. Keine Spur von Weihnachsstimmung.

Am Vorabend des Zweiten Adventes, waren wir auf einer Party eingeladen und dazu sind wir dann noch in der Hauptfiliale des Marina Markets in der Innenstadt einkaufen gegangen. Dort wurde Weihnachtsmusik gespielt, alles war weihnachtlich geschmückt und es gab einen Haufen an Kitsch zu kaufen.

Den zweiten Adventssonntag habe ich dann aber auch nur zum Kräftesammeln nach der Party genutzt.

Ich bin gespannt, was an den anderen Adventssonntagen so geschieht:

Voraussichtlich werde ich am Dritten mit dem Moped nach Arbollé zurückfahren und dort mein Zimmer reinigen, Wäsche ordnen und mich dort wieder einrichten.

Den dritten Advent verbringe ich mit den Vorbereitungen der Ankunft meiner Eltern: Die Zimmer im Gästehaus herrichten, einkaufen und dann abends zur Association Woo-Laa fahren, die uns freundlicher Weise angeboten haben, uns vom Flughafen abzuholen. Im Gegenzug bringen wir eine Spenden von 600 Brillen (ich berichtete) mit nach Ouagadougou.

Heute sterben hier in Burkina Faso und in allen muslimisch geprägten Unmengen von Schafen…

Heute ist das Fest Aid el Kebir bzw. Tabaski, an dem die Muslime Abrahams Opfer gedenken und deshalb auch ihre Opfer bringen.

Also ich heute morgen zum Hotel Silmandé gefahren bin, wo wir wieder einen schönen Tag am Pool verbringen wollen, habe ich hunderte von Schafen auf ihrem letzten Marsch durch die Stadt gesehen…

Nach langen Überlegungen habe ich mich nun gestern dazu entschieden, mir ein neues, internetfähiges Mobilfunkgerät zu kaufen. Ich bin also zu einer der Buden gegangen, die es hier überall an den Straßenrändern gibt. Mit den Leuten dort habe ich mich schonmal ganz nett unterhalten, deshalb habe ich diese ausgewählt.

Ich habe dann einige Handys ausprobiert und mich letzten Endes für eines entschieden.

Der „Patron“, also Ladenbesitzer, kam dann auch und wir haben uns auf den Preis geeinigt. Ich bin also nach Hause und habe das Geld geholt, wurde leider zwischendrin von der Polizei angehalten (es passt ja immer alles zusammen!) und dann bin ich wieder zurück und wurde vor der Boutique an der Kreuzung von einem angehalten, der vorher bei den „Verhandlungen“ dabei wir. Er sagte mir, dass der Patron weg sei und er das Handy in eine andere Boutique gegeben habe. Also sind wir zu dieser andere Boutique gegangen, ich habe das Handy bezahlt und bin nach Hause. Der Typ sagte dann noch zu mir „wenn dich heute Abend jemand anruft, sag, dass du das Handy noch nicht bezahlt hast!“ Das hat mich sehr gewundert, aber ich habe mir nicht viel dabei gedacht…

Dort war ich mit dem Ding aber gar nicht zufrieden, das Ladegerät funktionierte nicht, also bin ich heute morgen wieder dahin und dort fragte mich der Patron, wieso ich gestern nicht da gewesen sei. Ich sagte ihm, dass ich das Handy doch bezahlt habe etc… Dann meinte er, der andere habe mich betrogen!

Toll! Ich stand also da, hatte einen Haufen Geld einem Betrüger gegeben.

Dann bin ich erst mal zu unserem Stand anlässlich des „Internationalen Tages der Volontäre“ gefahren und dort geblieben. Bis mich dann der Patron angerufen hat und mir sagte, dass der Betrüger jetzt bei ihm sei. Zusammen sind wir dann zu der Boutique gefahren, wo er mich am Vorabend hingebracht hat und dort ist dann eine Schlägerei ausgebrochen, ich hatte wirklich sehr, sehr große Angst. Vor allem, als der Patron dann meinte, ich soll mich mal ein wenig entfernen.

So, am Ende kam dann der Patron dieses anderen Ladens und war zum Glück sehr verständnisvoll. Dafür habe ich ihm im Nachhinein auch sehr, sehr dolle gedankt. Er hat mir das Geld zurückgegeben und dann bin ich zur anderen Boutique gefahren und habe nur noch gesagt, dass ich jetzt erst mal kein Handy kaufen werde. Ich habe dem ursprünglichen Verkäufer ein wenig Geld gegeben, weil er mir wirklich sehr geholfen hat, und dann bin ich weggefahren.

Ich habe also mein Geld wieder, meinem Moped ist auch nichts passiert und mir auch nicht. Was jetzt mit dem Betrüger passiert, weiß ich nicht. Auf jeden Fall wird er keinen Job mehr bei denen finden.

Mensch, das wird ja ein Jahr…

Gestern war ich dann auch endlich in der ONATEL-Zentrale (die nationale Telefongesellschaft) und habe mich über die Möglichkeiten eines Internetanschlusses in Arbollé informiert.

Die jährliche Grundgebühr beträgt 60 000Francs CFA (ca. 90 Euro). Pro 3 min. 20 sec. Surfen zahle ich dann jeweils 50Francs CFA (ca. 8 Cent). Die Menge an Daten, die ich runterlade, spielt dabei keine Rolle. Leider gibt es in den Provinzen noch keine Flatrates oder ähnliches, und die Verbindung wird vermutlich auch sehr schlecht sein. Des weiteren muss ich meinen tragbaren Computer dann an die Telefonbuchse stecken, und während der Zeit, kann das Radio nicht mehr angerufen werden. ISDN oder ähnliches existiert zurzeit auch nur in Ouagadougou.

Jetzt erscheint mir das Angebot von Zain (einem der drei großen Mobilfunkanbieter) dann doch besser, zuerst empfand ich es als sehr teuer:

Ich muss mir ein USB-Modem für die SIM-Karte kaufen (68 000Francs CFA, also ca. 104 Euro) und dann zahle ich pro 1 Megabite (MB) 150Francs CFA (ca. 23 Cent). Hierbei spielt die Zeit, die ich im Internet verbringe keine Rolle. Also wenn ich nur eMail schreiben und per MSN Messenger kommunizieren möchte, müsste das ja eigentlich ausreichen, oder?

Der Vorteil bei Zain ist, dass ich überall, egal wo ich bin (Zain hat eine ganz gute Netzabdeckung in Burkina Faso) im Internet navigieren kann und nicht an das Studio des Radios gebunden bin. Aber die Lösung scheint mir ein wenig teurer.

Bei beiden Anbietern habe ich keine Ahnung, wie die Verbindungsqualität aussieht. Ich denke aber, dass sie bei Zain eventuell sogar noch besser ist, als beim Festnetzanschluss von ONATEL.

Es gibt auch noch eine dritte Möglichkeit: Eigentlich kann ich mit meinem Handy (Siemens C75) ins Internet gehen. In Deutschland habe ich das auch schon einmal gemacht, aber das Gerät ist nicht mehr das Neueste und die Verbindung kann leider nie aufgebaut werden. Ich habe schon mehrere Stunden in der Zain-Zentrale verbracht und sie haben versucht, es ans Laufen zu kriegen. Leider ohne Erfolg. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, mir ein neues Handy zu kaufen. das wären dann auch Ausgaben in Höhe von ca. hundert Euro, aber ich habe es ja dann auch noch für Deutschland, während ich das USB–SIM-Karten-Modem ja dort nicht verwenden kann, denke ich. Aber das ist eine Sache, die ich noch einmal fragen werde. Wenn ich es verwenden könnte, wären die zweite und die dritte Lösung ungefähr gleich teuer.

Über Entscheidungshilfen und Meinungen dazu wäre ich sehr dankbar!

(Ob ich mir überhaupt einen Internetanschluss machen lasse, weiß ich jetzt auch noch gar nicht.)

Da bin ich doch neulich mit meiner orangenen, knatternden Yamaha ins Stadtzentrum gefahren, um mir Kopien von meinen wichtigen Papieren (Kaufbeleg/Rechnung, Carte grise/Registrierungsbescheinigung und Versicherungskarte), die ich für den Fall einer Polizeikontrolle dabei haben sollte, wenn ich nicht Unmengen an Schmiergeld zahlen möchte, machen zu lassen. Die Kopien müssen danach noch legalisiert werden und der junge Mann des Kopiercenters hat mir angeboten, das für mich zu erledigen. Normalerweise dauert das dann immer einen Tag, er schaffte es aber (mit seinen Kontakten und etwas „Unterstützung“ meinerseits), die Papiere innerhalb von 20 Minuten legalisieren zu lassen. Wir haben auch eine Wette geschlossen, da ich ihm nicht glauben wollte, dass er es wirklich in nur so kurzer Zeit schafft, da ich bei mir auf dem Dorf schon einmal etwas habe legalisieren lassen, und sogar dort, wo sie wirklich nichts zu tun haben, dauerte es einen Tag!

Na ja, und als ich dann noch auf die „plastification“ (also das Einschweißen) der Kopien wartete, fragte er mich, ob ich schon lange in Burkina Faso lebte und ob ich nicht eine Aufenthaltsgenehmigung oder andere amtliche Papiere benötigte… Wenn ich also Bürger Burkina Fasos werden möchte, habe ich jetzt eine Anlaufstelle. :-) Aber ich denke, dass ich vorerst meine deutsche Staatsangehörigkeit behalten werde…

Am 5. Dezember wird der Internationale Tag der Freiwilligen (Journée internationale des Volontaires JIV) gefeiert. Dieser Tag, der ganz im Zeichen der weltweit agierenden Freiwilligen steht, wurde im Jahr 2001 zum ersten Mal gefeiert, und findet somit dieses Jahr zum siebten Mal statt.

Die Ziele des JIV in Burkina Faso: Förderung der Freiwilligenarbeit und eine Bilanz der ersten sieben Jahre ziehen.

Auch der DED, der mit dem Programm „weltwärts“ nun auch in das Milieu „Freiwilligenarbeit“ eingestiegen ist, wird seine Aktivitäten (also vorrangig das Programm „weltwärts“) vorstellen. Dazu wurden wir alle herzlichst eingeladen, bei den verschiedenen Aktivitäten mitzuhelfen. Es gilt einen Radiobeitrag für das Universitätsradio zu gestalten (ich wurde dazu besonders angesprochen, da ich ja in der Materie arbeite; Ich habe mir auch schon meine Gedanken gemacht, den Radiobeitrag werden wir dann aber gemeinsam besprechen und auch auf Sendung bringen) und einen Stand zu animieren.

Am Abend des 5. Dezember gibt es dann auch ein „dîner de convivialité“. Hier soll den verschiedenen Freiwilligen die Möglichkeit gegeben werden, sich untereinander und mit anderen Akteuren der Freiwilligenarbeit auszutauschen.

Das Tolle daran: Da Freiwillige ja in der Regel sehr viel verdienen, darf jede/r einzelne von uns, wenn er/sie an dem Abendessen teilnimmt, sein Essen selber bezahlen! Danke schön. :-)

In wenigen Tagen ist der zehnte Jahrestag des Todes des burkinischen Journalisten, Norbert Zongo. Die Todesumstände sind bis heute nicht geklärt, es handelt sich aber erwiesenermaßen um Mord. Wer jedoch dahinter steckt, wurde bis heute nicht offiziell aufgeklärt, da der Prozess eingestellt wurde.

Die privaten Radiosender und Zeitungen, sowie andere Organisationen bereiten derzeit eine Petition vor, mit der die Wiederaufnahme des Prozesses gefordert werden soll.

Ich wollte diese Petition auch unterschreiben, mir wurde es aber vorerst nicht erlaubt: Mein Betreuer beim Praktikum meinte, ich solle zuerst meine Organisation (also den DED) und meine Botschaft fragen, wie sie zu der Sache stehen… Muss ich Angst haben, wenn ich diese Petition unterschreibe? … Weitere Berichte hierzu folgen, wenn ich mit anderen Stellen gesprochen habe.

Was habe ich sonst noch Neues entdeckt?

Neben meinem Mechaniker gibt es einen Maquis, wo sie hervorragenden Riz gras zubereiten.

Immer, wenn ich jetzt beim Mechaniker warten muss, esse ich dort. Schon seit meinem ersten Erscheinen bin ich dort bekannt und der Reis schmeckt wirklich gut. Er ist super gewürzt (Pfeffer, Salz, andere Gewürze) und es ist nicht der normale, weiße Reis, den man sonst immer bekommt.

Er sieht eher so ein bisschen wie Couscous aus, die Körner sind nicht ganz so länglich, und er ist ein bisschen dunkler (vielleicht sowas wie Vollkornreis?). Auf jeden Fall schmeckt es sehr gut. Ein Manko bleibt: Es gibt immer nur Fleisch- oder Fischsauce. Aber für mich picken sie den Fisch dann immer raus, und als „Entschädigung“ bekomme ich ein wenig mehr Kohl, das einzige Gemüse, dass sie mit verarbeiten. Ich habe der Besitzerin schon gesagt, dass ich vegetarisch esse, und sie hat es sehr gut aufgenommen. Wer weiß, vielleicht kreieren sie ja im Laufe des Jahres ihre eigene, vegetarische Sauce…?

Brillen für Burkina Faso

Unter diesem Titel hat ein Lehrer meiner ehemaligen Schule, der die „Dritte-Welt-AG“ (heute müsste man eigentlich „Eine-Welt-AG“ sagen) leitet, in der auch ich aktiv war, einen Artikel im Bonner General-Anzeiger und dem Siebengebirgsrundblick veröffentlicht. Er regierte damit auf eine Bitte um Brillen meinerseits. Die Association Woo-Laa, eine Organisation, die zwei DED-weltwärts-Freiwillige beherbergt, benötigt für ihre Alphabetisierungskurse dringend Brillen. Die Organisation leitet eine Sprachschule (Französisch, Mooré, Dioula und fast alle anderen burkinischen Sprachen). Die daraus resultierenden finanziellen Mittel setzt sie zur Sensibilisierung und Bekämpfung des Hexenaberglaubens in Burkina Faso ein. Die Organisation leitet zwei Auffangzentren für verstoßene Frauen. Eben dort werden die Brillen benötigt, da eine der Freiwilligen die Alphabetisierungskurse im nächsten Jahr starten soll.

Die Brillenaktion war ein Riesenerfolg, und wir haben mehr Brillen erhalten, als wir für diesen Zweck verwenden können. Sechshundert (600) Brillen werden also Mitte Dezember mit meinen Eltern und meiner Schwester hier nach Burkina kommen. Die restlichen, knapp 800 Brillen, wurden an eine andere Organisation weitergegeben, die sie nach Lateinamerika schickt.

Ich bedanke mich hiermit bei allen (Brillen-)Spendern für das Engagement!

Bark wusgo! (Das bedeutet „Vielen Dank“ auf Mooré)

Was gibt es sonst noch zu erzählen: Das Leben in Ouagadougou bietet mir eine sehr angenehme Abwechslung. Ich bin sehr froh, dass ich diese Möglichkeit geboten bekommen habe. Die Abwechslung zwischen Stadt- und Landleben, die sich auch im nächsten Jahr fortsetzen wird, hebt meine Stimmung und Motivation erheblich.

Mit meinem Moto profitiere ich nun auch von den neuen Freiheiten. Morgens muss ich nun immer 20min. zur Arbeit fahren, die Hälfte davon auf einer Sandpiste, was im Berufsverkehrs sehr unangenehm ist, da der ganze Staub aufgewirbelt wird. Aber es macht trotzdem sehr viel Spaß!

Vor allem komme ich sehr viel günstiger raus, als wenn ich immer mit den Taxis fahren müsste.

Das Radio Ouaga FM befindet sich am Rande von Ouaga 2000, dem neuen Stadtteil Ouagadougougs. Dort werden nun Villen aus dem Boden gestampft und die Reichen Burkiner zieht es dort hin. Deshalb sind die Taxipreise dorthin natürlich auch sehr hoch.

In Ouagadougou profitiere ich außerdem von einem reichhaltigen Informationsangebot. Ich habe also vorgezogenes Weihnachtsgeschenk ein Abonnement von „Jeune Afrique“ erhalten. Die erste Ausgabe habe ich bereits erhalten und von nun an werde ich jede Woche um die hundert Seiten Informationen zu lesen haben.

Des weiteren senden viele, wichtige internationale Radiosender über Ouagadougou in UKW. Darunter BBC Afrique, RFI und Africa No. 1. Die Deutsche Welle empfange ich hier leider nicht so gut wie in Arbollé. Da ich für das Radiopraktikum aber sowieso mein Französisch aufbessern muss, passt es ganz gut, dass ich keine Möglichkeit habe, auf Deutsch Nachrichten zu hören.

Dann genieße ich natürlich die abendlichen Vergnügungen, die sich hier bieten.

Letzte Woche war ich in einem Film im Centre culturel français Georges Méliès. Es war ein Film aus dem Tchad, Daratt (saison sèche), und an einem anderen Abend im Theater. Das war eine sehr interessante Erfahrung, da die Burkinabè immer wieder reingerufen haben oder super laut gelacht haben – es handelte sich um eine Komödie. Auch die Sitzgelegenheiten waren „typisch“: Ich musste 1 ½ Stunden stehen. Das lag aber auch daran, dass ich viel zu spät gekommen bin, aber das Theater hat viel mehr Karten verkauft, als es Sitzplätze gab… Es war aber eine tolle Stimmung. Leider waren viele der Witze auf Mooré, aber die Situationskomik und die Witze auf Französisch konnte man zum größten Teil verstehen.

Diese Woche Dienstag waren wir dann in „Imbizo e Mazweni – Une rencontre en dehors du pays…“.

Im „Centre de Développement Choréographique – La Termitière“ wurden von der Tanz- und Choreographiegruppe Via Katlehong Dance (gegründet 1992) zwei Stücke der Choreographen Christian Rizzo aus Frankreich und Robyn Orlin aus Südafrika.

Die Chorepgraphie des Erstgenannten heißt „Toutes sortes de déserts“ und das Stück der Südafrikanerin „Still life with homeless heaven and urban wounds…“.

Zwei wirklich eindrucksvolle Aufführungen.

Donnerstag Abend ging es dann ins Centre culturel français Georges Méliès zum Festival Chorus, das zum vierten Mal in Folge in Ouagadougou stattfindet.

Drei Chöre aus Burkina Faso (Ensemble Gaudete, Chorale Negro Spiritual, Chorale musulmane A.E.E.M.B.), einer aus Gabon (Chorale de Notre-Dame-de-la-Salette), Anita Freeman aus den USA und Dorcas Kaja aus Frankreich waren dabei. Ein tolles Spektakel. Auch wenn enige Chöre die Erwartut haben.

An diesem Donnerstag mussten wir uns aber auch zwischen dem Festival Chorus und dem Film des Goethe-Insitutes entscheiden. Da es diesmal aber ein englischer Film in seiner deutsch synchronsierten Fassung war, viel die Entscheidung nicht allzu schwer zu Gunsten des Festvials Chorus.

So, ich melde mich also mal wieder. Obwohl ich jetzt schon seit zwei Wochen in Ouagadougou wohne, bin ich nicht dazu gekommen, neue Einträge zu schreiben.

Das liegt natürlich daran, dass ich einfach viel mehr zu tun habe.

Einerseits aufgrund meines Praktikums bei Radio Ouaga FM, andererseits aufgrund diverser andere Aktivitäten, denen ich in Arbolé nicht nachgehen kann.

Zuerst also zum Praktikum:

4 milles femmes et personnes vulnérables vont bénéficier gratuitement de Cartes nationales d’identité brukinabe. La Commission électorale nationale indépendante (CENI) a lancé l’initiative hier à Ouagadougou. Le Programme des Nations unies pour le développement (PNUD) soutient la CENI dans cette opération, estimée à 11 millions 250 milles francs CFA. Cette initiative vise à renforcer l’état civil en donnant une existance juridique aux personnes les plus défavorisées.“

oder:

Le gouvernement burkinabè va prendre en charge tous les frais et dépenses liés aux soins et ordonnances des personnes hospitalisées suite à l’accident tragique de Boromo le 15 novembre dernier. C’est ce que la ministre de l’Action sociale et de la Solidarité nationale, Pascaline Tamini, a déclaré dimanche dernier. Avec Clément Sawadogo, ministre de l’Administration territoriale, et Seydou Bouda, ministre de la Santé, elle a rendu visite aux malades du Centre hospitalier régional de l’Amitié de Koudougou.“

In der ersten Woche des Praktikums bei Ouaga FM durfte ich vormittags die drei Tageszeitungen des Landes (Le Pays, L’Observateur Paalga, Sidwaya) durchsehen und die meiner Meinung nach für die Hörer interessanten Artikel zusammenfassen. Die Zusammenfassung, „dépêche“ genannt, muss sehr kurz und knapp sein, dennoch alle Informationen enthalten. Diese dépêches werden dann für die stündlichen „Flashs“ (Kurznachrichten) genutzt.

Nachmittags hat mein Betreuer die dépêches dann mit mir besprochen, die guten und schlechten Dinge herausgestellt. Am Ende der Woche wurden sogar schon erste dépêches von mir in den Nachrichten vorgelesen.

In der zweiten Woche geht es jetzt um die Stimmbildung, „prise de voix“.

Dazu habe ich wieder dépêches erstellt und diese dann, wie ein Flash aufgenommen, inklusive Begrüßung und Verabschiedung der Hörer, damit es echt wirkt.

Danach haben mein Betreuer und ich uns die Aufnahmen angehört und analysiert.

Am späten Mittag durfte ich dann immer schon nach Hause fahren und habe dort geübt und weitere Stimmproben aufgenommen.

Schriftlich bin ich jetzt also schon ganz gut, an meiner Stimme hapert es aber noch.

Mein Betreuer meinte, dass ich eine radiophone Stimme habe, und das die erste und wichtigste Voraussetzung sei. Man hört meine Präsenz aber nicht. Ich muss also an meinem stimmlichen Auftreten arbeiten. Mehr Spannung und Vitalität in meine Stimme bringen.

Das ist leider gar nicht so leicht, ich bemühe mich aber, so gut es geht. Nächste Woche arbeitet dann auch ein anderer Mitarbeiter des Radio mit mir, um dieses Manko zu verbessern.

Einen großen Vorteil habe ich außerdem dadurch, dass ich kein Frankophoner bin: Ich lese nicht zu schnell. Einen großen Nachteil bringt das leider mit sich: Man hört sehr oft, dass ich lese. Auch deshalb muss ich mehr Leben, Spannung und „Punch“ – wie mein Betreuer immer sagt – bringen.

Nach langem Hin und Her habe ich mich nun doch dazu entschieden, mir ein Moped zu kaufen. Während den drei Praktika in Ouagadougou benötige ich ein Moped und es ist günstiger, das Moped nun zu kaufen und dann das Jahr über in gutem Zustand zu halten, um es danach wieder zu verkaufen, als drei Monate ein Moped zu mieten.

Jetzt habe ich mir also eine Yamaha „Dame“ gekauft. Aber keine Originale, sondern eine „générique“, wie es hier so schön heißt… Sie ist aber sehr gut, macht nicht zu viel krach, aber nach Abgasemission wollte ich beim Kauf nicht fragen.

Hier ist ein Foto davon.

Hier der Link um die Sendung direkt zu hören:

Deutsche Welle – Englisch Service – Cool – 13.11.2008

Schon vor meinem Aufenthalt hier wurde ich vom Englischen Programm der Deutschen Welle über meinen Freiwilligendienst interviewt. Morgen wird nun der zweite Teil ausgestrahlt. Wer Interesse hat, hier ist der Link zur Webseite: Deutsche Welle – English Service – Cool – 13.11.2008.

Die US-Wahlen fanden gestern den ganzen Tag statt, in den Nachrichten gab es kein anderes Thema mehr und France 24, der frankophone Nachrichtensender, kündigte an, ab 23h00 burkinischer Zeit erste Prognosen geben zu können. Leider waren dann aber nur zwei Staaten fertig und da ich nicht die ganze Nacht auf die Ergebnisse warten wollte, bin ich schlafen gegangen.

Die Burkinabè waren alle sehr gespannt und mich hätte es, um ehrlich zu sein, sehr interessiert, was passiert wäre, wenn John McCain gewonnen hätte, denn Gesamtafrika ist im Obama-Fieber. Ähnliche Berichte habe ich auch von anderen Freiwilligen in anderen afrikanischen Ländern gehört.

Nun wurde also Geschichte geschrieben: Barack Obama wurde zum ersten schwarzen Präsidenten der USA gewählt. Die Burkinabè sind sehr glücklich und wir warten alle gespannt auf seine ersten Taten…

Das Radio ist derzeit leider wieder außer Betrieb. Es scheint, als sei der Generator diesmal wirklich kaputt und er muss komplett ersetzt werden. Bis der neue eintrifft, müssen die Arbollianer also auf andere Radiosender ausweichen.

Zum Glück habe ich auf der Botschafterparty zum 3. Oktober (Tag der Wiedervereinigung) in Ouagadougou einen amerikanischen Doktoranden kennengelernt, der für eine Doktorarbeit über die Geschichte der Ethnien in Burkina Faso Speichelproben von verschiedenen Ethnien nimmt. Auf Basis der genetischen Daten wird dann die Verwandtschaft und Herkunft der einzelnen Volksgruppen beleuchtet.

Anfangs waren es die Linguistiker des Max Planck Inistutes, die die sprachlichen Gemeinsamkeiten der Samo und Bissa untersuchten. Diese scheinen aus einer gemeinsamen Gruppen hervorgegangen zu sein, die sich dann gespalten hat. Zwischen den Gebieten, in denen vorrangig Samos bzw. Bissas leben, siedelten sich dann Mossis an. Deshalb werden bei dieser genetischen Herangehensweise jetzt auch alle umliegenden Volksgruppen, wie die Mossi, die Kassena oder die Gourounsi, berücksichtigt.

Die ursprüngliche Assistentin des Doktoranden ist nach einigen Wochen leider erkrankt und kehrte nach Deutschland zurück. Da die beiden zu dem Zeitpunkt bei mir in Arbollé Speichelproben von Mossis genommen haben, willigte ich ein, als Assistent auszuhelfen. Da das Radio sowieso außer Betrieb ist, kommt mir diese Gelegenheit sehr recht.

Seit Ende der letzten Woche bereise ich also den Südosten Burkina Fasos und wir besuchen Dörfer rund um Tenkodogo/Koupéla. Die Arbeit ist sehr interessant und ich bin auf die Ergebnisse sehr gespannt.

Wir gehen also in die Dörfer, stellen uns dem traditionellen Dorfchef vor, der dann meistens seine Erlaubnis gibt. Entweder er ruft dann Leute zusammen und wir nehmen die Proben oder wir gehen auf den Markt und sprechen dort die Leute an. Meine Aufgabe ist die Befragung der Leute, das Ausfüllen der Fragebögen und Übersetzen, da der Amerikaner kein Französisch spricht. Unser Fahrer fungiert als Mooré-Französisch-Übersetzer und für Bissa haben wir einen weiteren Assistenten angeheuert.

Wenn wir hier im Südosten schnell genug fertig werden, fahren wir noch in den Süden Burkina Fasos, um rund um Pô weitere Speichelproben zu sammeln.

Ich bin wirklich sehr auf die Ergebnisse dieser Studie gespannt, die aber vermutlich nicht vor Ende des nächsten Jahres bereitstehen werden, da die kompletten Proben in Deutschland im Labor analysiert und ausgewertet werden müssen.

Dann werden die Ergebnisse mit denen der Linguisten verglichen und anschließend werden die Ergebnisse aus Burkina Faso, mit ähnlichen Forschungsergebnissen aus umliegenden Ländern verglichen, um am Ende auch einen Gesamtüberblick über die Geschichte Westafrikas zu erhalten.

Es gibt hier recht abenteuerliche Verkehrsmittel.

Von meinem Dorf nach Ouagadougou benutze ich eigentlich immer eine der grossen Busgesellschaften, die grosse Busse mit Ledersitzen haben.

Wow Ledersitze“ denken jetzt vielleicht einige. Das ist aber für Burkina Faso die dïmmste Erfindung, die es gibt, denn in den Sitzen schwitzt man garantiert noch mehr, als sowieso eh schon. Die Busse sind sicherlich mal in Europa oder Amerika gefahren, werden aber umgebaut und mit einer 3/2-Bestuhlung versehen. So können mehr Leute im Sitzen mitfahren. Was nicht bedacht wurde, dass es sehr viele „afrikanische Mammas“ gibt, deren Körpermasse absolut nicht auf einen der schmalen Sitze passen. Auch die Gänge sind sehr eng bemessen… Aber nun gut.

Dann gibt es kleinere Busse, auf deren Dächer ganz viel geladen wird. Bei ihnen ist die 2/2-Bestuhlung geblieben, dafür gibt es Klappsitze im Gang und das Dach wurde mit Extrasäulen verstärkt, damit es die Lausten aushält.

Ausserdem gibt es natürlich die Buschtaxis, die ich meide, wo immer es nur geht. Eng, stickig und langsam… Das sind 9-Personen-Kleinwagen, die auf dem Dach mindestens so hoch wie das Auto selbst beladen werden, und im Inneren sitzen auch garantiert mehr als neun Personen.

In Niger sind wir mit 29 Personen in einem Kleinlaster gesessen, der in Deutschland vielleicht für 12 Personen zugelassen wäre… Aber das ist mal eine Erfahrung. In manche Dörfer kommt man auch nur mit solchen Taxis, die auch erst losfahren, wenn sie voll sind. Mein Dorf liegt zum Glück an einer der Hauptverkehrsstrassen (Route nationale 2) und wird deshalb von den grösseren Reisebussen angefahren, auch wenn es nicht an der Touristenroute liegt, und deshalb die ganz tollen Busse hier auch nicht vorbeifahren… Aber solange ich nicht Buschtaxi fahren muss, bin ich glücklich.

Da einige von euch gerne mehr über mein Leben hier erfahren wollen, ich aber nicht weiss, was ihr hören wollt, schreibe ich jetzt mal einen typischen Tagesablauf auf, weil danach spezifisch gefragt wurde. Gerne könnt ihr mir direkte „Blogeintragwünsche“ zukommen lassen.

Nach einer meist unruhigen Nacht, gestört durch die immer zahlreicher werdende Geckofamilie (diese Tiere machen wirklich viel krach!!!) und das Aufstehen um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen, sollte ich eigentlich gegen sieben Uhr burkinischer Zeit durch meinen Wecker aufwachen. Meistens bin ich aber schon wach, gestört durch Hähne, Esel, andere Tiere oder meine Kollegen, die es sich ab und zu nicht nehmen lassen, morgens um 5h30 das im „Wohnzimmer“, zumeist vor meiner Tür abgestellte Motorrad zu starten, um für irgendetwas ins „Zentrum“ zu fahren. Meistens profitiere ich dann von 6h00 bis 6h30 vom Morgenprogramm der Deutschen Welle (auf deutsch) und danach von „Afrique matin“ auf RFI, in der sogar Burkina Faso sehr oft erwähnt wird und deren Nachrichten mich über das Geschehen in Afrika auf dem Laufenden halten.

Um sieben Uhr esse ich dann, entweder alleine in meinem Zimmer, dann geniesse ich das im Marina Market für viel Geld eingekaufte Müsli oder esse ein Baguette mit Käse („La vache qui rit“ ist der einzige, den man hier kaufen kann und der nicht im Kühlschrank gelagert werden muss). Wenn einer meiner Mitbewohner (derzeit sind wir insgesamt fünf Personen) etwas zubereitet, beteilige ich mich an den Ausgaben und esse dann entweder Reis mit Sauce (Riz sauce), Nudeln mit Sauce (Pâte avec sauce) oder Reste vom Vorabend.

Oft gehe ich aber direkt duschen. Das bedeutet: Im Schlafanzug zum Brunnen (aber es sieht ja keiner, weil keiner da ist und der Brunnen auf unserem Grundstück liegt) und dort eineinhalb Eimer hochhiefen, um den Duscheimer zu befüllen. Dann vollgeladen zurück ins Haus und den Eimer in die mit einem Vorhang abgetrennte Duschecke stellen, Kleidung aus dem Zimmer holen und ab unter die Dusche. Erste Ladung Wasser, dann Einseifen, zweite Ladung Wasser und fertig! Ausserdem profitiere ich von der relativen Kühle am Morgen und rasiere mich, da ich nur einen Trockenrasierer mitgenommen habe, der bei Schweissproduktion aber eigentlich nicht zu gebrauchen ist (Tipp für angehende Reisende in heisse Länder!) und ich es deshalb morgens machen muss. Doch auch dann ist es ost schon sehr warm und deshalb mühsam…

Danach stelle ich mich in den Garten und putze Zähne im kühlen Morgenwind, eine der angenehmsten Momente des Tages.

Danach räume ich mein Zimmer auf, fege, hole eventuell neues Wasser für den Filter und fülle mir meine Morgenration Wasser fürs Radio ab, dort gibt es nämlich keinen Filter. Wenn ich dann noch Zeit habe, lese ich etwas, manchmal gehe ich einkaufen oder erledige andere Dinge. Morgens ist es am angenehmsten! Ach, und natürlich: Der Gang zur Latrine, um den Kakerlaken guten Morgen zu sagen…

Wenn wieder Waschtag ist, steht auch sehr bald meine sehr freundliche Waschdame vor der Tür, die ich willkommenheisse und ihr dann das Waschpulver, die Eimer und meine Wäsche gebe.

Dann geht’s gegen 8h30 auf zum Radio, entweder mit einem Kollegen auf dem Motorrad oder zu Fuss. Wenn wir vorher alle noch nichts gegessen haben, machen wir kurz Halt und essen ein Baguette und trinken dazu einen Milchkaffee (kein Echter. Hier wird Kaffee mit konzentrierter, gesüsster, dickflüssiger Milch vermengt. Das schmeckt aber super lecker, vor allem mit dem frischen Baguette!).

Auf dem Weg kann ich dann immer meine Mooré-Begrüssungskenntnisse zeigen, da man eigentlich jeden grüssen muss, vor allem, weil uns alle kennen, mich sowieso.

Beim Radio angekommen setze ich mich ans Schaltpult, lüfte durch und warte darauf, dass jemand den Generator startet. Wenn dies geschehen ist, starte ich die Apparate und starte die Musik.

Wenn ich keine anderen Termine habe, sitze ich jetzt vier Stunden hier und schreibe meine Mails und Blogeinträge vor, arbeite an meinen Dreimonatsberichten oder anderen privaten Angelegenheiten. Wenn es etwas zu tun gibt, versuche ich es, zwischen meine privaten Angelegenheiten zu quetschen ;-)

Wenn ich einen auswärtigen Termin habe, nehme ich diesen natürlich auch war…

Im Laufe des vormittags kommen auch immer zahlreiche Menschen vorbei, mit denen ich dann rede, die uns zu Essen vorbeibringen oder Dienstleistungen (Batterie oder Handy laden, Werbung anmelden oder ein Communiqué aufgeben, das später gesendet wird) verlangen.

Die Sekretärin der Organisation, die das Radio führt, bringt uns oft Tô mit sauce gombo (das Nationalgericht), der dann mit den Händen gegessen wird. Die Sauce schmecht übrigens nicht so gut (das liegt am Hauptbestandteil: Gombo) und der Tô selbst, eine zähe Masse aus Mais- oder Hirsemehl wird auch nie zu meinen Lieblingsspeisen gehören. Aber es füllt seinen zweck und macht schnell satt.

Wenn eine Versammlung des Clubs der treuen Hörerinnen und Hörer angesetzt ist, beginnt diese auch immer um neun Uhr. An dieser nehme ich dann auch teil, begrüsse den Präsidenten und die Mitglieder und versuche mich so gut wie möglich einzubringen. Die Versammlung findet immer auf Mooré statt, und nur einige Teile werden dann für mich auf Französisch übersetzt, denn oft geht es sehr lebhaft zu, dass der „Übersetzer“ gar nicht nachkommt…

Dann fieber ich auf die 13h00 zu und wir schliessen das Radio.

Wenn ich weiss, dass im Haus jemand Essen zubereitet hat (ich habe demjenigen dann morgens Geld für die Zutaten gegeben) oder ich keinen Hunger mehr habe, weil ich vorher zu viel gegessen habe, dann gehen wi direkt nach Hause, durch die brennende Mittagssonne. Mir wurde auch schon gesagt, dass wir in der heissen Zeit, also im April/Mai, nicht nach Hause gehen können, weil die Sonne zu stark ist… Da werde ich dann drei 1,5-Liter-Flaschen mitnehmen müssen.

Zuhause komme ich dann immer vollkommen verschwitzt an, ziehe mich um und hänge meine Kleider auf. Wenn die Wäschedame morgens da war, hänge ich die Wäsche ab, falte sie und ordne sie in den Schrank ein. Sollten trotz der brütenden Hitze noch feuchte Kleidungsstücke an der Leine hängen, versuche ich es später wieder.

Dann ist das Essen fertig und es gibt Riz sauce (mit verschiedensten Saucen: Erdnuss-, Tomaten-, Gemüse-, Gombo- oder Fischsauce) oder Riz gras (Reis, der schon in einer Gemüsesauce gekocht wurde, und deshalb keine Sauce mehr da ist). Manchmal gibt es gekochten Ignam (sehr lecker), Nudeln mit Sauce oder Benga (Bohnen).

Wenn zuhause nichts zubereitet ist, gehen wir durchs Zentrum und essen dort Riz sauce (mit Fleisch- oder Erdnusssauce) oder ich kaufe mir Beignets (Bohnenmehlkrapfen), die mit Piment (scharfe Paprika denke ich) gegessen werden. Wenn wir das machen, gönne ich mir auch immer eine kalte Cola! Danach gehe ich auf jeden Fall ins Haus, während meine Kollegen meistens im Zentrum bleiben.

Im Haus erledige ich dann wieder irgendwelche Dinge, fülle eventuell den Wasserfilte auf, schreibe Briefe, höre mindestens noch ein Mal Radio France International (RFI) etc.

Oft lese ich auch oder lege mich etwas hin.

Bevor ich mich gegen 15h30 wieder auf den Rückweg mache, das gleiche Spiel zum Duschen wie am Morgen. Nur das Einseifen entfällt, da diese Dusche nur der Abkühlung dient. Auf dem Weg in mein Zimmer, wo ich meinen Rucksack hole und die dritte oder vierte Flasche Wasser des Tages befülle, werden meine in der Zwischenzeit getrockneten Kleider oder die frisch angezogenen Kleider wieder durchnässt und die Wirkung der Dusche lässt nach.

Dann ab zum Radio, die Sonne ist nicht mehr ganz so stark, aber die Luft steht jetzt!

Beim Radio, das gleiche Spiel wie morgens, nur, dass ich mich, auch wenn ich keine auswärtigen Termine habe, meistens mehr vom Mischpult entferne, da mein Praktikum ja eigentlich keine Technikpraktikum, sondern ein journalistisches Praktikum ist.

Oft schneide ich jetzt die geführten Interviews zusammen, füge Musik hinzu, nehme neue Dinge auf oder bereite andere Sendungen vor.

Gegen 18h00 wird es dan dunkel und ich schmiere mich sofort mit Insektenschutzmittel ein, da die ganzen Lichter hier beim Radio die Insekten nur so anziehen. Die letzten zwei Stunden finde ich auch immer am unangenehmsten, denn das Radio verfügt über keine Mückennetze vor den Fenstern. Wenn es eine LIvesendung gibt, bin ich dann aber manchmal trotzdem am Mischpult und erleide die Tortur. Ein „freier Mitarbeiter“, der wöchentlich eine Retro-Musik-Sendung macht, hat mich auch zu seinem „Lieblingstechniker“ erkoren und mit ihm macht das auch immer Spass.

Um 20h00 verabschiede ich mich dann von mehr oder weniger vielen Leuten, je nachdem, wie viele gerade im Hof sitzen, und mache mich mit Taschenlampe auf den Heimweg. Scheint der Mond stark, brauche ich sie nicht, wenn es aber geregnet hat, sind einfach zu viele Kröten unterwegs und das Geräusch einer unterm Fuss platznden Kröte ist nicht gerade angenehm und ruft enorme Schuldgefühle hervor, da diese Tiere ja wenigstens noch nützlich sind.

Entweder nehme ich den etwas längeren Weg durchs Zentrum und benutze dann den „Goudron“ (die asphaltierte Durchgangsstrasse) oder den kürzeren Weg durch die Felder, den ich mich anfangs nicht alleine getraut habe. Mittlerweile kenne ich ihn aber…

Meine Kollegen baten mich aber, ihn bald nicht mehr zu benutzen und nur mit durchgehend eingeschalteter Taschenlampe nach Hause zu gehen, da in der Trockenzeit die Zahl der Schlangen und Skorpione rapide ansteigen soll.

Wenn ich Glück habe, werde ich auch von jemandem nach Hause gefahren, der gerade auch das Radio verlässt, sei es ein Besucher oder ein Kollege.

Zuhause dann wieder das gleiche Ritual wie heute morgen: Duschen (diesmal wieder inklusive Einseifen) und Zähneputzen, nur im Dunkeln und mit Taschenlampe, die dann immer Unmengen von Tieren anlockt. Sollten mittags Kleidungsstücke immer noch nicht trocken gewesen sein, hole ich diese jetzt auch noch rein.

Je nachdem wie meine Laune ist, höre ich noch einmal die Deutsche Welle und gehe dann gegen 21h30 schlafen und lege mich direkt hin, meistens mit Ohropax, die aber leider nachts meistens rausfallen.

Das ist also so mein typischer Tagesablauf. Meine freien Tage und die Tage in Ouagadougou sehen natürlich anders aus. Also, wer Anregungen für einen Blogeintrag hat, kann mir gerne einen Kommentar hinterlassen oder sich über andere Wege bei mir melden.

Letztens durfte ich wieder eine der sehr interessanten Gespräche der Arbollianer miterleben. Auf de, Rückweg nach Hause traf ich mit Alphonse, dem Techniker von Arbollé FM, ein Mitglied des „Clubs der treuen Hörerinnen und Hörer“, für den ich derzeit die Mitgliedskarten entwerfe. Er bekräftigte noch einmal den Wunsch des Hörerclubs, die Sendezeiten morgens um eine Stunde nach vorne zu schieben, also von 8h00 bis 12h00. Mir kommt das sehr entgegen, denn die drei Stunden Mittagspause sind bei der Hitze wirklich zu wenig…

 

Irgendwie kam er dann auf die Ungenauigkeit der Uhren zu sprechen und dann kam der Knüller:

„On ne dois pas utiliser le temps de Paris ou d’Ouagadougou! Nous sommes à Arbollé est on dois utiliser notre temps.“ Hä? Habe ich was verpasst? Die Zeitverschiebung nach Paris kann ich ja noch nachvollziehen, aber ich musste bei meinen Besuchen in Ouaga die Uhr nicht jedes Mal umstellen.

 

Aber solche Gespräche sind hier an der Tagesordnung. Es lebe die Arbollé Standard Time (AST)!!!

Während meines letzten Ouagaaufenthaltes habe ich bei einer anderen Freiwilligen gewohnt, die bei einer Gastfamilie wohnt. Dort wurde ich sehr freundlich aufgenommen und konnte drei Tage das Gastfamilienleben genießen…? oder !

 

Es ist sehr schwierig, die einzelnen Unterkunftsvarianten zu bewerten. Alleine wohnen hat den großen Vorteil, unabhängig zu sein, führt aber schneller zur Vereinsamung und Isolation.

In einer Gastfamilie wird man schnell ins Alltagsleben integriert, muss sich aber dem Rhythmus seiner Gasteltern anpassen. Die dritte Variante besteht aus der Wohngemeinschaft (WG). Meine Wohnsituation würde ich als solche bezeichnen. Eine Mischung aus den oben genannten Varianten, jedoch tauchen sowohl die oben genannten Vor- als auch die Nachteile auf.

 

Die Gastfamilie der Freiwilligen, bei der ich wohnen durfte, schon sehr interessiert an uns und wir saßen stundenlang im Hof, der sehr schön grün und schattig ist, und haben „causiert“ (geplaudert). Die Freiwillige sagte mir aber, dass es nicht immer so friedlich zugehe, was ich sehr gut glaube, denn auch bei mir in Arbollé verändert sich alles, sobald Besuch da ist. Alles wird plötzlich ordentlicher, das Verhalten wird zurückhaltender und, aus meiner Sicht, seriöser und es gibt immer nur das beste und ausgefeilteste zu Essen.

 

Doch auch in dieser sehr aufgeklärten und modernen Familie war das Hauptgesprächsthema, vor allem der ältesten Tochter, das Heiraten. Von ihr wurde mir dann auch direkt am ersten Abend ihre jüngere Schwester angeboten und das Leben in Europa wurde auch schon geplant…

 

In der letzten Woche habe ich auch meine beiden ersten Urlaubsanträge gestellt.

Der Präsident meiner Organisation hat erst mal voll Stress gemacht, ich müsse ein Motivationsschreiben für jedes Urlaubsgesuch abgeben und meine Betreuerin beim DED müsse als Erste unterschreiben, was jedoch nicht zutrifft. Er beschuldigte mich, ich sei ja erst aus der Schule gekommen und würde die richtigen administrativen Wege nicht kennen. Ich habe erst einmal meine Betreuerin beim DED angerufen und sie gebeten, meinem nicht ganz so gut informierten Chef den richtigen administrativen Weg vermutlich zum hundertsten Mal zu erklären, hier kommen manche Dinge einfach nicht an. Ich weiß absolut nicht, woran das liegt… darüber habe ich schon mit anderen Freiwilligen, auch erst letzte Woche, geredet. Manche Dinge, die wir sagen, kommen nicht an, egal wie oft man es in verschiedensten Varianten wiederholt. Es ist wirklich interessant. Vielleicht liegt es einfach an den kulturellen Unterschieden, dass Dinge, die wir sehen, dort nicht so oder gar nicht erkannt werden…?

 

Um die Geschichte der Urlaubsanträge weiterzuführen: Ich habe also zwei Mal eine DinA 4-Seite Motivation für meine Urlaube geschrieben und dann fragte mich mein Chef doch tatsächlich, wieso ich so viel geschrieben hätte, drei Zeilen hätten ihm doch gereicht… Ich wäre ja fast in die Luft gegangen, habe aber trotzdem einfach weitergelächelt, was sollte ich auch anderes machen, ich wollte ja, dass er meine Anträge unterschreibt, was er dann auch nach viel Gerede und Aufgeblase getan hat.

 

Danach ging es also dann direkt zum Konsulat von Niger, um das Visum zu beantragen, das zum Glück bis Dienstag fertig wird. Ein anderer Freiwilliger hat das Visum einen Tag später beantragt und muss jetzt vermutlich einen Tag, wenn nicht sogar 48 Stunden später nachreisen.

 

Ich freue mich jetzt also auf eine Woche Urlaub in Niamey, wo wir einen Freiwilligen besuchen. Mit ihm werden wir auch in den Süden von Niamey reisen, wo sich drei andere Freiwillige um die letzten, frei lebenden Giraffen Westafrikas kümmern, die wir natürlich auch besuchen wollten.

Ouagadougou scheint in libanesischer Hand. Es gibt eine bedeutende Anzahl libanesischer Restaurants und andere Restaurants in libanesischer Hand. AfrikaTex und EuroTex, zwei große Textilgeschäfte werden von Libanesen geleitet und libanesische Geschäftsmänner können ebenfalls die sehr gut laufenden Marina Markets, die ich im vorigen Artikel bereits erwähnte, ihr Eigen nennen.

 

Wieso Libyen? Diese Frage kann ich derzeit noch nicht beantworten. Libyen hat keine Grenze zu Burkina Faso wie die Elfenbeinküste oder Togo, bei die starke Wirtschaftszusammenarbeit verständlich ist…

Vielleicht werde ich das im Laufe meines Aufenthaltes herausbekommen.

Wenn ich in Ouagadougou bin, esse ich mit den anderen Freiwilligen generell immer sehr gut und teuer, denn in den Gastfamilien und wenn man sich selber versorgen muss, gibt es meist eine sehr einseitige Ernährung und deshalb nutzen wir die gemeinsamen Aktivitäten dann immer zum Verwöhnen.

 

Zu unseren Favoriten gehören unter anderem das Restaurant der Amerikanischen Botschaft (Tex-Mex-Gerichte und amerikanische Limonade), das wiedereröffnete AMPO-Restaurant (Europäische und afrikanische Küche; AMPO ist eine Organisation, geleitet von einer Deutschen), das P’tits délices (belgische Schokoladenspezialitäten und Snacks), das Sindibal’s (ein Libanese mit leckeren Falafeln), das Tam-Tam (ein österreichisches Restaurant mit leckeren Käsespaghetti und Kartoffelbrei) und die Pâtisserie Koulouba (eine von Libanesen geführte Bäckerei und Konditorei mit tollem Brot, leckeren Brötchen und einer noch leckeren Kuchen- und Tortenauswahl.

 

Jetzt denkt ihr sicher „Aber du bist doch in Afrika und kannst nicht so leben wie hier!“

Auf der einen Seite stimmt das natürlich, wie lassen Unmengen an Geld in diesen Etablissements, weil viele der Zutaten importiert werden müssen…

Auf der anderen Seite engagieren wir uns durch unsere Arbeit ja schon sehr und dadurch, dass wir ein Jahr hier bleiben, lassen wir schon viel Geld im Land und unterstützen so die Wirtschaft.

Da die Ernährung in den Gastfamilien (so wurde es mir von anderen Freiwilligen erzählt) und auf dem Dorf sehr einseitig und nicht gerade nahrhaft ist, gleichen wir die fehlenden Vitamine und Nährstoffe dadurch aus…

 

Auch in den „Marina Markets“ lassen wir ab und zu einiges an Geld. Das sind vier Supermärkte in Ouagadougou, in denen man wirklich alles findet. Es wird natürlich auch alles aus Europa und dem arabischen Raum importiert, es ist alles sehr teuer – oft teurer als es in Europa wäre – aber es tut einfach so gut, mal wieder ein leckeres Müsli zu essen oder sich mit Toilettenpapier einzudecken, um nicht die weit verbreiteten kleinen Gießkannen zum „Händewaschen danach“ benutzen muss.

Auch Hygieneartikel findet man dort und es gibt sogar eine Käse- und Fleischtheke, von der ich, da ich keinen Kühlschrank habe, leider keinen Gebrauch machen kann.

 

Auf der Suche nach Vitaminen habe ich letzte Woche auf der Rückfahrt nach Arbollé auch einen großen Fehler begangen, der mir aus reiner Unachtsamkeit unterlaufen ist: An den Busbahnhöfen verkaufen die Burkinabè eigentlich alles und diesmal habe ich eine Frau gesehen, die Sandwitches frisch zubereitete. Ich habe also ein halbes Baguette mit Mayonaise, Ei und frischen Gurken und Tomaten gegessen. Die wurden sogar vor mit aufgeschnitten. Deshalb wurde das Risiko vermutlich auch etwas vermindert, trotzdem war das ein Fehler, denn frisches Gemüse gehört einfach zu den gefährlichsten Lebensmitteln auf dem Weg zum Durchfall. Dieses Mal hatte ich Glück, kein „diarrhée“, aber ich werde das sicherlich nicht noch einmal probieren… auch wenn es einfach super lecker geschmeckt hat! Na ja, wenn die gleiche Dame das nächste Mal wieder da ist, werde ich es ein weiteres Mal probieren, vielleicht achtet sie ja penibel auf Sauberkeit und Hygiene?

Aber crudité schmeckt einfach toll!!!

Letzte Woche habe ich mir in Ouagadougou das erste Mal ein Moped, eine P50, ausgeliehen. In einem meiner Reiseführer steht, dass man in der Nähe des „Grand marché“ viele Straßenhändler findet, also habe ich mich dort auf den Weg gemacht… und tatsächlich habe ich dort dann auch direkt einen gefunden. Ich konnte ihn von 7000 auf 3000 Francs CFA für 24 Stunden handeln und habe ihn dann auch nach seinen Kontaktdaten gefragt. Jetzt habe ich also den Mofavermieter meines Vertrauens gefunden. Wenn meine Eltern kommen, wird mir das aber sicherlich helfen, weil er dann mit dem Preis noch weiter runtergehen wird, denn ich werde demnächst noch mal ein Moped leihen. Man kann einfach viel mehr machen und auf Dauer ist es auch günstiger als das ewige Taxifahren…

Zur Zeit meiner Ankunft befand sich Arbollé in einem regelrechten Sommerschlaf. Die Jugendlichen sind über die Ferien in ihre Heimatdörfer oder die Städte gegangen und vorrangig die ältere Generation war noch im Dorf vertreten.

Mit Beginn der „rentrée scolaire“, dem Ende der großen Sommerferien und der Wiederaufnahme der Schulaktivitäten, sind nun auch viele Jugendliche wieder nach Arbollé zurückgekehrt.

Die ganze Zeit über habe ich mich schon gewundert, weshalb so viele kleine Häuser aus dem Boden gestampft werden. Nun habe ich mich informiert: Es handelt sich dabei um Häuser für Schüler, die aufgrund der wenigen Plätze, vor allem an den Lycées, eine hohe Mobilität zeigen. Sie werden von den Eltern in andere Städte oder Dörfer geschickt und dort wohnen sie in kleinen Häusern. Auch unsere kleine Wohngemeinschaft hat Zuwachs bekommen. Ein Schüler, der die letzten Jahre auch dort gewohnt hat, ist aus dem Urlaub zurückgekommen. Leider ist sein Zimmer jetzt durch mich besetzt, aber vermutlich wird er deshalb in ein anderes Haus unseres Chefs ziehen.

Aufgrund von Differenzen zwischen der Maternité und meiner Organisation darf ich leider doch kein Praktikum in der Maternité machen. Ich hoffe jetzt, dass ich die Deutschstunden bald realisieren kann, eine andere Freiwillige, die auch drei Monate auf einem Dorf gelebt hat, hat dort auch Deutschunterricht gegeben und war sehr zufrieden damit. Ich hoffe, dass das bei mir auch so sein wird.

Mir wurde schon erklaert, dass die Woerter « vélo » und « moto » hier alles einschliessen : Moped, Mofa, Roller, Motorrad… ! Ein Fahrrad wird hier „cycle“ genannt.

Diese Woche sollte ich ja dann endlich mein „moto“ bekommen, auf das ich mich schon seit Wochen freue, nachdem mir bereits zwei Motorraeder gegeben wurden. Ich bin auch schon mit denen gefahren und es macht sehr viel Spass, aber die verbrauchen einfach viel zu viel Benzin, was ich nicht bezahlen kann, und ich kann das Motorrad nicht einfach mal nach Ouaga mitnehmen. Mit einem Mofa ist das leichter und ich habe das auch klar deutlich gemacht und dachte deshalb, dass beim dritten Anlauf ja mal ein Mofa bereitgestellt werden wird. Vor allrem auch, weil der DED Geld fuer die Reparatur beigesteuert hat.

 

Ich war also abends bei meinem Chef und was stand im Hof? Ein riesiges, rotes Motorrad. Ich aette heulen koennen… Na ja, ich habe ihm dann wirklich unmissverstaendlich klar gemacht, dass ich mich auf einem Motorrad nicht wohl fuehle und jetzt bekomme ich dann in ferner Zukunft, wie halt immer, ein Mofa, vermutlich eine Yamaha, wie er mir gesagt hat.

 

Ich bin gespannt!

Ein Ort der Ruhe, Entspannung, Kultur und Information…

Dort melde ich mich jetzt an. Es befindet sich im Zentrum Ouagadougous und der Jahresbeitrag liegt bei 2500FCFA, also nur knapp 4 Euro.

Es gibt eine gut sortierte Bibliothek, Internetzugang, eine Videothek mit Fernsehern und einen Presseraum mit aktuellen Zeitungen und Zeitschriften. Kulturelle Veranstaltungen (Konzerte, Filme etc.) gibt es natuerlich auch!

 

Eigentlich wollte ich mir auch eine Zeitschrift abonnieren, da warte ich nun aber erst noch ab, wie zuverlaessig die Post hier ist.

Drei Briefe aus Deutschland von Anfang August sind jetzt bei mir angekommen… Wenn es bei dieser Zeitverzoegerung bleibt, ist eine aktuelle Monatszeitschrift bzw. Wochenzeitschrift ja auch sinnlos, weil sie dann ja nicht mehr „aktuell“ ist. Ich werde die Auswahl und Aktualitaet im CCF begutachten, aber diese Zeitschriften kann ich leider nicht mit nach Arbollé nehmen, fuer Ideen fuer meine Sendungen… das hatte ich eigentlich vor.

Diese Devise gilt eigentlich in allen Lebensbereichen: Jeder handwerkelt hier an allem herum. An den Mofas und Motorrädern, an den Generatoren, an den Computern und Häusern. Kein Wunder, dass die Dinge hier so schnell kaputt gehen… Auch an unserem Generator, der erst vor kurzem von der deutschen Organisation Projekt Afrika aus Frankfurt am Main finanziert wurde, wird fast tagtäglich rumgebastelt. Es gibt auch jeden Tag neue Probleme. Der „Alternateur“ (den deutschen Begriff kenne ich leider nicht) war angeblich zu schwach, um die ganzen elektrischen Geräte zu betreiben, zumal jetzt bald noch die Mühle und der Satellitenfernseher und hoffentlich auch das Internet dazukommen… Deshalb wurde ein neuer Alternateur angebracht, mit dem das dann aber nicht funktioniert hat und so sendete das Radio den Vormittag wieder mal nicht… Für den Nachmittag wurde der alte Alternateur wieder angebracht und jetzt wird dann doch auf die Techniker aus Ouagadougou gewartet.

Übelkeit, Erbrechen, Durchfall

Wie fast alle der Freiwilligen, leider auch ich immer wieder an den üblichen Krankheiten, die Europäer sich schnell „einfangen“.

Diese Woche hat es mich jedoch einmal sehr schlimm erwischt.

Neben „diarrhée“ musste ich auch die ganze Nacht erbrechen. Tut mir leid, dass ich das hier so ausbreite, aber das gehört hier einfach dazu und in dieser Nacht hatte ich wirklich Angst und war kurz davor, meine Mentorin in Ouagadougou anzurufen.

Ich entschloss mich dann jedoch, zuerst die Selbstbehandlung vorzunehmen, und es wirkte. Den Tag darauf habe ich mir dann frei genommen, um mich auszuruhen und jetzt ist auch schon alles wieder in Ordnung.

Ich habe dann noch den Chefbetreuer der „Ärzte ohne Grenzen Frankreich“, die sich hier in Arbollé dienstags um unterernährte Kinder kümmern, angerufen und ihn gefragt, wie die medizinische Versorgung in Yako, einer 30km nördlich gelegenen Stadt ist. Er meinte, dass das Labor der dort ansässigen Association SEMUS (die volle Ausschreibung weiß ich leider gerade nicht) auch Blut- und Stuhlanalysen machen kann, sodass ich dafür nicht immer in die Hauptstadt Ouagadougou fahren muss. Das SEMUS habe ich mir schon angeschaut, sie haben dort auch ein Internetcafé und nachdem die Verbindung am Morgen meines Besuches nicht funktionierte, war sie am Nachmittag dafür umso schneller (relativ gesehen, versteht sich…).

Für alle Fälle habe ich mir aus Deutschland ein so genanntes „Notfallradio“ mitgenommen. Dieses lässt sich durch verschiene Quellen betreiben: Strom, Batterien, Akku und Kurbel. Durch Kurbeln kann man auch den Akku aufladen.

Unser Elektriker in Deutschland war jetzt auch noch ein Kabel gebastelt, mit dem ich nun durch Kurbeln mein Handy aufladen kann. Man muss leider sehr lange kurbeln, damit man nur einige Minuten sprechen kann, aber für Notfälle ist das besser als gar nichts…

Und auch sonst ist es hier ganz gut, unabhängig von Stromquellen zu sein. Denn es gibt noch viele Ecken, die nicht an das Stromnetz angeschlossen sind.

Was höre ich also für Sendungen? Wenn ich hier beim Radio bin, höre ich natürlich die Sendungen von Arbollé FM, die ich zum größten Teil nicht verstehe, weil sie auf Mooré sind.

In meiner Freizeit höre ich die Deutsche Welle, um auf dem Laufenden zu bleiben und RFI Afrique, die morgens von 06h30-07h00 eine sehr gute Afrikaausgabe haben, in der auch Burkina Faso oft genannt wird.

Ich setze mich derzeit auch stark dafür ein, dass wir hier bei Arbollé FM einige der Sendungen von RFI übertragen, weil wir das hier auch empfangen… Sobald wir Internet haben, werde ich die Deutsche Welle fragen, ob wir auch ihr französischsprachiges Programm übernehmen dürfen.

Derzeit herrscht hier in Burkina Faso noch Regenzeit, alles ist grün und eigentlich täglich fallen Massen von Wasser vom Himmel… Derzeit kann ich mich nicht vorstellen, dass in einigen Wochen hier alles zu welken beginnt und im November/Dezember alles braun ist. Den Gipfel erreicht die Trockenzeit ja dann im März/April/Mai, wenn die Temperaturen im Schatten tagsüber auf bis zu 45°C steigen und der Staub alles bedeckt… Mir wurde vor einigen Tagen aber nahe gelegt, dass gerade in der Zeit, das Landleben viele Vorteile birgt, da es auf dem Land nicht ganz so heiß ist, die Luft nicht voller Smog ist und das Leben so angeblich erträglicher ist… Ich werde das ja dann erleben und auch Vergleiche ziehen können, da ich sicherlich auch in der Zeit die anderen Freiwilligen in Ouagadougou besuchen werde.

Wenn der Boss kommt…

Das Verhältnis zwischen „Patron“ (Chef) und Angestelltem/Arbeiter ist hier noch sehr anders, als in Deutschland und ich finde es sehr schwer, mich da einzufügen. Der Patron kündigt seinen Besuch immer im Voraus an und dann geht hier die Post ab. Alle, die im Entferntesten für den Patron arbeiten, kommen in den Hof des Radios, es wird geputzt, was das Zeug hält und alle sind sehr aufgeregt.

Das liegt meines Erachtens nach daran, dass die Hierarchie hier noch sehr stark ausgeprägt ist.

Daran muss sicherlich noch gearbeitet werden, denn der Patron hat hier alle Macht über seine Mitarbeiter.

Die Moderatoren des Radios zum Beispiel bekommen, ihren Aussagen nach zu urteilen, kein regelmäßiges Gehalt. Auch der neue „Boy“ des Radios, wurde zuerst in einer ehemaligen Abstellkammer des Radios untergebracht, bis er nun, nach drei Nächten, ein Zimmer in einem angemieteten Haus erhalten hat…

In der Hinsicht bin ich sehr glücklich, dass ich durch den DED einen Vertrag mit der Partnerorganisation geschlossen habe.

Genau aus diesem Grund ist ja auch der ehemalige „Chef du programme“, der Togolese, der gleichzeitig mit mir angekommen ist, verschwunden. Auf der einen Seite war ihm das Landleben zuwider und auf der anderen Seite bestand er darauf, einen Vertrag zu erhalten. Er konnte sich jedoch anscheinend nicht durchsetzen, weshalb er seine Stelle wieder aufgegeben hat, leider.

Unser Radio hat nun für ungefähr einen Monat technische Unterstützung von einem Tontechniker. Er wurde vom Präsidenten der DED-Partnerorganisation nach Arbollé geschickt und wohnt auch in der Zeit bei uns im Haus.
Das Radio hat des weiteren einen „Boy“ bekommen, ich weiß nicht, wie ich ihn sonst nennen soll. Er wohnte anfangs auf dem Gelände des Radios, hatte dort ein kleines Zimmer bekommen und kümmert sich um alles und nichts. Er ist seit Ende August hier. Er ist nun in ein angemietetes Haus umgezogen, zusammen mit einem der Moderatoren. Wir wohnen jetzt also nur mehr zu viert in dem Haus.
So laufen jetzt auch die Sendungen an… Meine erste Sendung „Santé pour tous“ habe ich fertig produziert. Leider schleppt „Tribune des jeunes“ etwas, weil die jungen Muslime sich immer noch nicht bei mir gemeldet haben und ich ansonsten auf den „rentré scolaire“ warte, bis also endlich die französisch-sprechenden Jugendlichen wieder in Arbollé ankommen. Außerdem will ich mich auch in der nächst größeren Stadt, Yako, eventuell am Deutschunterricht beteiligen.
Wenn die hiesige Grundschule Mooré-Kurse anbietet, werde ich mich auch dort reinsetzen, angeblich gibt es aber bis jetzt in Burkina Faso and en Schulen kein Fach „Mooré“, aber ich werde mich diesbezüglich erkundigen.

Hallo,

ich bin heute doch nicht den ganzen Tag im Internet, das Wetter ist zu schlecht und deswegen gehen wir nicht ins Hotel Indépendance.

Ich antworten allen so schnell wie möglich, beim Radio kann ich da ja immer vorschreiben.

Liebe Grüße!

 

Hallo ihr Lieben,

hier also mal wieder ein Lebenszeichen von mir. Heute bin ich außerplanmäßig in Ouaga, auf Einladung des Präsidenten der Partnerorganisation. Mehr dazu gibt es am Freitag.

Wie ich schon angekündigt habe, werde ich nicht jedes Wochenende nach Ouagadougou fahren, das schaffe ich einfach nicht und ich möchte mich hier auf dem Dorf ja auch ein bisschen integrieren… auch wenn die Umstände nicht gerade leicht sind.

 

Das größe Problem derzeit ist, dass ich kein Fortbewegungsmittel habe, weder Fahrrad noch Mofa. Das Motorad, das mir bereit gestellt wurde, schluckt einfach viel zu viel Benzin, das kann echt keiner bezahlen. Derzeit steht der Präsident der Organisation wohl in Kontakt mit meiner Mentorin vom DED, um das zu klären.

            

Wie geht es mir zurzeit?

Es geht… das Leben hier ist nicht ganz so „easy“, wie ich es mir vorgestellt habe.

Die Burkinabè lieben es, Dinge sehr laut zu tun… das Radio ist immer auf höchster Stufe eingestellt, geredet wird sehr laut und die Geräte, z.B. der Generator sind auch sehr laut… was mir derzeit auch sehr zu schaffen macht, ist das Fehlen meiner Privatsphäre. Da ich noch kein Fortbewegungsmittel habe, muss ich immer mit den Moderatoren zusammen zum Radio und so bin ich von morgens 7h00 bis abends 20h00 fast pausenlos mit denen zusammen und das nervt schon ein wenig… die sind sehr nett, wir verstehen uns super und unterhalten uns auch immer gut, aber irgendwann ist es einfach zu viel, vor allem jetzt am Anfang, weil ja auch alles auf Französisch ist, bzw. hier auf dem Dorf sehr viel auch auf Mooré, was ich lernen möchte, noch aber eher rudimentäres Wissen habe.

Ich werde vor dem „rentré scolaire“, also bevor die Schule wieder anfängt, Kontakt mit der Grundschule hier aufnehmen, ob die Mooréunterricht haben und wenn ja, werde ich mich da morgens mit reinsetzen…

 

Mir wurde gesagt, dass das lycée von Arbollé Deutschunterricht anbietet, leider ist dem aber nicht der Fall, in Yako gibt es das, das ist die nächst größere Stadt 26km entfernt… dort würde ich sehr gerne helfen, aber erst mal schauen, wie das mit dem Mofa aussieht… toll wäre es schon, wenn man hier aus dem Dorf mal rauskommen kann…

 

Meine Tür ist jetzt aber endlich angekommen, der Präsident der Organisation meinte aber, dass die nicht gut ist und er will mir jetzt mal eine neue machen lassen, mal schauen, wie lange das dauert, aber die Hauptsache ist, dass ich eine Tür habe.

 

Neulich Nacht habe ich ab 3h00 eine Maus gejagt, die sich wohl in meinem Schrank eingenistet hatte, leider habe ich sie nicht erwischt, aber am nächsten Morgen ist sie aus meinem Zimmer ins „Wohnzimmer“ und von dort haben wir sie dann nach draußen jagen können…

Nachts läuft aber immer irgendwas auf meinem Dach rum, und das das nur Wellblech ist, ist es sehr laut. Ich werde auch dieses Tier mal jagen müssen, denn es nervt wirklich ganz schön und es klingt auch so, als knabbere es die Wand und das Wellblech an, um ins Haus zu gelangen und da habe ich echt Angst vor, weil ich ja gar nicht weiß, um was für ein Tier es sich handelt.

 

Das Wetter ist derzeit eher bescheiden, sehr bedeckt, drückend schwül und es regnet oft, weshalb die ganzen Straßen vermatscht sind. Aber für die Ernte ist der Regen natürlich sehr gut. Ich bin mal sehr auf die Trockenzeit gespannt, da soll es dann auch mehr Schlangen und Skorpione geben, ich habe ja ein bissche Angst davor.

 

Meine Arbeitszeiten habe ich nun auch verkürzt, wie im Vertrag vereinbart, arbeite ich jetzt regulär von 09h00 bis 13h00 und von 16h00 bis 20h00, also acht Stunden und nicht 10 Stunden, wie vorher. Wenn es mal länger ist, habe ich ja nichts dagegen, aber täglich 10 Stunden, war mir einfach zu viel…

 

Das Radio hat jetzt auch drei neue Computer bekommen, ich kann hier jetzt immer meine Briefe, Mails und Blogeinträge vorschreiben, angeblich bekommen wir auch bald Internet. Wann das dann wirklich sein wird, steht in den Sternen und ob ich das dann auch für meine Zwecke nutzen kann/darf, ist eine andere Frage.

Der Präsident der Organisation hat aber wörtlich gesagt „Nous voulons que entre Ouaga et Arbollé il y a l’égalité!“ („Wir wollen, dass zwischen Ouaga und Arbollé Gleichstand herrscht!“). Er meinte damit die Ausstattung etc… die beteuern auch immer, dass sie mir den Aufenthalt so angenehm wie möglich gestalten wollen und vor allem der Präsident scheint sich wirklich darum zu bemühen, mal sehen, was hier also noch so geschieht, in nächster Zeit…

 

Toll ist auch, dass uns der Präsident neue Zeitungen gebracht hat. Z.B. die „Monde diplomatique“ von August, die werde ich jetzt dann mal lesen… ich habe hier in einem „Schreibwarengeschäft“ gefragt und die verkaufen leider keine Zeitungen, außer durchs Radio erfährt man hier keine Neuigkeiten aus der Welt, und ich habe, wenn ich dann mal Freizeit habe, wirklich keine Lust mehr, noch mehr Radio zu hören, da ich das ja schon acht Stunden am Tag habe… also wenn was wichtiges in der Welt passiert, könnt ihr das gerne in den Mails an mich erwähnen… von dem Krieg zwischen Georgien und Russland habe ich bei RFI was erfahren… Hier ist das aber alles so weit entfernt, das interessiert die Leute auf dem Dorf nicht, die haben hier ganz andere Probleme…

 

Meinen ersten Beitrag habe ich jetzt auch schon produziert; Über Malaria, mit Interview des „Major“, dem Dorfarzt. LeIder bin ich insgesamt nur auf 10min. 14sec. Gekommen und die Sendung ist ja auf 30min. ausgelegt, dieses Mal wird es also dann Musik geben und die nächsten Male mache ich einfach mehrere Themen…

 

Tribune des jeunes läuft nicht so gut, ich habe mit dem Imam gesprochen und er hat mir auch Jugendliche für meine Sendung mit dem Thema „Ramadan“ geschickt, die konnten aber kein Französisch, sie bemühen sich jetzt, Jugendlich zu finden, die Französisch sprechen, die Sendung wird aber erst nächste Woche anlaufen, genauso wie Santé pour tous, weil ich den Major leider erst am Dienstag treffen konnte, da es am Montag in Strömen geregnet hat und wenn es hier regnet, hört das tägliche Leben auf, sogar das Radio wird dann abgestellt…

 

Am Dienstag habe ich auch die Delegation von Médécins sans frontières getroffen, die sich hier jeden Dienstag um unterernährte Kinder kümmern. Es sind alles Burkinabè und ich habe mit dem Gruppenleiter gesprochen und er scheint sehr interessiert an einem Beitrag, auch um die Menschen zu sensibilisieren, zu ihnen zu kommen, da viele nicht wissen, dass die Behandlung kostenlos ist.

 

Sonst passiert hier leider nicht so viel… Bald soll eine Getreidemühle in Betrieb genommen werden, die ein wenig Geld reinbringen soll. Das Radio verdient außerdem Geld, indem hier Batterien und Handys aufgeladen und Handys repariert werden. Ich habe auch vorgeschlagen, man könnte ja Filmabende machen, da der Generator sowieso bis 22h00 läuft und wir hier einen Fernseher sogar mit Satellitenschüssel haben, leider weiß ich noch nicht, wie man den anmacht. Die beiden Mitarbeiter des Radios sind von der Idee nicht so begeistert, der Präsident aber schon, also werden wir das hoffentlich bald in Angriff nehmen. Außerdem bekommen wir angeblich bald eine Sekretärin, ihr Arbeitsplatz mit Computer etc. wurde schon installiert, dann verdient das Radio auch noch Geld mit Büroarbeiten, wie z.B: Briefe abtippen, kopieren etc. da kann ich vielleicht auch was helfen, weil die Computerkenntnisse hier doch eher noch beschränkt sind und so kann ich ihnen dann die Sachen zeigen und tue etwas sinnvolles…

 

Unser Wohnhaus soll jetzt auch bald einen Generator bekommen. Er steht schon bei uns am Haus, aber es gibt bis jetzt keinen Kraftstoff. Außerdem will der Präsident uns einen Fernseher geben… ich bin mal sehr gespannt, wie das alles wird.

 

Meine Wäsche bekomme ich per Hand nicht sauber und so befolge ich den Rat sehr vieler anderer Freiwilliger und Mitarbeiter des DED und der Botschaft und bezahle jemanden, der mir meine Wäsche ein Mal pro Woche wäscht… ich komme mir ein bisschen komisch dabei vor, aber auch etwas besser gestellte Einheimische haben mir gesagt, dass man das hier so macht! Und praktisch ist es schon…

 

Ach ja, wenn ihr mir Briefe schreiben wollt, ich habe eine neue Adresse, über die Organisation kommen meine Briefe leider nicht, wie von ihnen versprochen, bei mir an. Beim DED haben jetzt aber alle Freiwilligen ein Postfach, Briefe also bitte an die neue Adresse, die man bei mir erfragen kann… und auch an meine neue Handynummer denken… ich freue mich immer sehr über Anrufe.

 

Ich empfehle auch die neuen Bilder, die ich den Ordner hinzugefügt habe…

 

Heute habe ich ja sehr viel geschrieben, das liegt auch daran, dass ich jetzt nicht mehr so unter Zeitdruck stehe, da ich alles hier im Radio vorschreiben kann… Ich wollte noch was zu meinen Einnahmen und Ausgaben sagen: Derzeit komme ich mit dem Taschengeld und dem Unterkunfts- und Verpflegungsgeld sehr gut aus. Das liegt natürlich auch daran, dass ich in Arbollé eigentlich nichts ausgeben kann und die Sachen hier sehr billig sind. Einen „Café au lait“ mit einem Baguette bekommt hier z.B. schon für 100 FCFA, ca. 15 Cent. Die hygienischen Verhältnisse in den „Maquis“ (Straßenrestaurants) sind natürlich nicht so gut, aber den großen Durchfall hatte ich schon und an das Essen hat sich mein Magen auch gewöhnt.

  

Also dann, das wars jetzt wieder… in ein oder zwei Wochen komme ich wieder nach Ouaga aber wer weiß, vielleicht haben wir dann sogar hier in Arbollé Internet, aber man sollte nicht zu viel erwarten…

 

Also, lasst von euch hören!

Ich war jetzt schon zwei Mal auf Sendung. Einmal habe ich mir vorgestellt und das andere Mal einfach meine Motive und Pläne erläutert.

Es ist krass, wie sehr die Leute Anteil daran nehmen und wie sehr sie sich freuen, dass ein „Naasara“ bei ihrem kleinen Gemeinderadio mitarbeitet. Ich hoffe, dass ich die Erwartungen erfüllen kann! Mal sehen.

Na ja, das ist auf jeden Fall das Bild, das die beiden Moderatoren von Europa haben. Hier in Burkina Faso ist alles schlecht, eigentlich würden die alle direkt mit mir nach Europa fahren… Echt krass. Die haben leider ein sehr falsches Bild von Deutschland /Europa, aber ich werde versuchen, ihnen das näher zu bringen, auch wenn es sehr schwer ist, weil sie manche Dinge einfach (noch) nicht verstehen wollen.

Was mich derzeit sehr stört ist das Fehlen der Privatssphäre und der Krach, der einen den ganzen Tag lang umgibt. Der Generator beim Radio, dann das Radio selber, hier wird Radio immer sehr laut gehört und dann reden die Burkinabè auch sehr laut… Ich freue mich, wenn meine Tür dann endlich eintrifft, dass ich wenigstens in meinem Zimmer ein wenig Ruhe finden kann.

Meine Sendung starte ich nächste Woche erst, der „chef du programme“, der Togolese, hat uns leider schon wieder verlassen, er scheint es wohl nicht mehr ausgehalten zu haben. Jetzt bin ich wieder als einziger Ausländer im Dorf, aber das wird schon. Die Anrufe aus Deutschland und die kleinen Dinge (Besuche, in die Hauptstadtfahren, etc.) spornen einen an.

Es ist wirklich krass, wie aggressiv die Fliegen hier sind. Den armen Hunden kauen die die Ohren an, bis sie bluten und dann saugen sie das Blut. Das ist echt widerlich… Die Tiere tun mir sehr leid, weil sie sich gar nicht schützen können. Die Hunde schnappen immer nach den Fliegen, aber das sind einfach so viele…

„Naasara“, das bekommt man hier immer hinterher geschrien. Es heißt so viel wie „Weißer“, auf Mooré. Es nervt ganz schön, immer auf der Straße angesprochen zu werden und vor allem immer mit „Naasara“, „Naasara“…

Aber da muss man sich vermutlich dran gewöhnen.

Anstrengend ist auch immer das Handeln, weil von uns, wir sind ja weiß, oft das Vierfache des üblichen Preises verlangt wird. Gut ist es immer, wenn man mit einem Burkinabè unterwegs ist, der dann die Preise verhandeln kann.

Jetzt verabschiede ich mich dann fürs Erste. Ich melde mich wieder, wenn ich in Ouagadougou bin.

Ciao

Jetzt habe ich endlich einige Fotos hochladen können. Die Internetverbindungen hier sind leider nicht die Besten, auch im Azalai Hotel Indépendance, wo wir schwimmen gehen oder im DED-Büro dauert das alles immer etwas länger…

Fotos aus Ouagadougou.

Fotos aus Arbollé und von meinem Radiosender.

Ciao

Hallo ihr treuen Leser in Deutschland.

Nach einer längeren Pause melde ich mich jetzt mal wieder.

Bin am Dienstag nach Arbollé umgezogen und dort ist es wirklich sehr anders.
Kein Strom, kein Wasser… Man muss ab 18h00 alles mit Taschenlampe machen und in dem Dorf gibt es wirklich gar nichts zu tun, man kann auch eigentlich nichts einkaufen, ich werde so oft es geht in die Hauptstadt kommen, dort zahle ich im DED-Gästehaus nur 2000 FCFA/Nacht, das geht und so kann ich es mir leiten. Aber ich brauche ja auch ab und zu mal Internet und in Arbollé gibt es das nicht.
Der Radiosender ist ganz witzig… klein.
Da ist mit mir ein neuer „Chef du programme“ angekommen, der räumt jetzt auf und ich erhalte zwei eigene Sendungen: Tribune des jeunes, eine Diskussionssendung für Jugendliche und Santé pour tous, eine Aufklärungssendung zur Gesundheit. Nächsten Donnerstag soll das erste mal Tribune des jeunes laufen, da muss ich aber erst mal was machen… und vor allem Jugendliche finden ;-)

Das Haus wo ich dort wohne ist okay, aber ich habe noch keine Tür für mein Zimmer und mein Schrank war verschlossen, die Schlüssel nicht aufzufinden und deshalb musste das Schloss geknackt werden und jetzt warte ich auf ein neues. Das sollte hoffentlich alles nächste Woche geklärt sein, damit ich mich endlich heimisch fühlen kann. Denn so aus dem Koffer leben, das ist echt kacke…

Also: Kein fließendes Wasser, ein ekliges Plumpsklo, Brunnen neben dem Haus, kein Strom, nachts muss alles mit Taschenlampe gemacht werden.

Das Radio ist aber sehr gut. Mit mir ist ein neuer „chef du programme“ eingetroffen, ein Togolese mit sehr viel Erfahrung und einer guten Ausbildung und der bringt das Radio jetzt mal ans Laufen. Vorher ist es wohl eher so dahingedümpelt und jetzt bringt er Ordnung und ein Programm rein. Ich bekomme zwei Sendungen: Tribune des jeunes, eine Diskussionssendung für Jugendliche und Santé pour tous, eine Sendung zur gesundheitlichen Aufklärung. Zu meinen Sendungen gibt es jeweils ein Pendant auf Mooré, das moderiert aber jemand anderes. Nächsten Donnerstag soll dann das erste Mal „Tribune des Jeunes“ laufen. Ich muss aber erst mal Jugendliche finden, derzeit sind näümlich die „grande vacances“ und da ist alles sehr verlassen. Bin mal gespannt, wie das so laufen wird, mit den Sendungen. Für die erste Sendung habe ich mir „Mooré-Français“ als Thema ausgesucht und werde schauen, was die Jugendlichen in den Familien sprechen, wo sie was lernen, was sie eher benutzen, welche Sprache sie lieber benutzen etc. Habe mir das noch nicht so ganz genau überlegt.

Jetzt bin ich im Hotel Indépendance in Ouagadougou und surfe im Internet, weil es hier kostenlos Internet gibt. Heute ist in Ouagadougou nämlich ein Feiertag, weshalb das DED-Büro geschlossen ist.

So, ich werde mich ab jetzt leider nicht mehr so oft per Mail melden können. Per Post geht es eigentlich auch nicht. Ich muss mal sehen, wie ich das mache. Ich werde so ca. alle 2 Wochen in die Hauptstadt gehen und von dort die Mails und Berichte für den Blog schreiben.

Also, ich freue mich über jegliche Nachrichten und Anrufe, ich habe übrigens eine neue Handynummer, aber leider kommen SMS trotzdem nicht durch!

Bis bald, euer Leon.

So, jetzt bin ich mal wieder im Internetcafe und habe auch einen kleinen Artikel für meinen Blog vorbereitet.

Was haben wir die letzten Tage so gemacht…?

Bis Freitag hatten wir ja das Vorbereitungsseminar, wurden durch die Stadt gefahren und mussten uns eigentlich um fast nichts kümmern.

Am Freitag mussten wir dann aber schon alleine mit dem Taxi zurück ins DED-Gästehaus fahren… das war schon abenteuerlich, aber wir haben direkt ein Taxi bekommen und die Fahrt war dann auch ganz witzig.

Das sind eigentlich normale Mittelklassewagen mit fünf Sitzplätzen, inklusive Fahrer wird hier in Ouagadougou aber acht Plätzen gerechnet.

Drei auf dem Beifahrersitz und vier Hinten.

In so einem vollen Taxi saßen wir aber noch nie…

 

Am Freitag ging es mir nicht so gut, ich hatte Kopfschmerzen und die nach von Freitag auf Samstag Fieber, habe dann aber 12 Stunden geschlafen und am nächsten Tag ging es wieder einigermaßen. Jetzt ist alles wieder in Ordnung, habe nur einen super verspannten Hals, weil ich vermutlich bei der Hitze noch sehr verkrampft schlafe oder so… aber da wird man sich ja dran gewöhnen.

 

Am Samstag waren wir dann im Hotel Indépendance schwimmen. 1500 FCFA (ca. 2,30 EUR) inkl. einem Freigetränk, das ist so eine Promotion zurzeit. Sonst kostet der Eintritt 2000 FCFA (ca. 3,05 EUR) ohne Freigetränk.

Es war sehr schön, das kühle Wasser, chlorhaltig (hier ist das nicht ungesund, sondern deutet auf seine Sicherheit hin) und man bekommt ein Handtuch, eine Liegematte, Liegestuhl, ist alles sehr gechillt… nur vor dem Hotel warten die Händler, weil die halt denken, dass die Leute aus dem Hotel alle mit hundertausenden von FCFA durch die Gegend laufen, tun wir aber ja nicht, wir müssen schon mit unserem Geld haushalten, da vor allem westliche Bedarfsgüter (z.B. Hygieneartikel) oder Lebensmittel, die die hier nicht benutzen, wirklich teuer sind…

 

Morgen schließen wir das Seminar dann ab und am Dienstag fahre ich nach Arbollé. Ich werde schauen, ob es dort auch ein Internetcafé gibt, wenn nicht, werde ich immer einige Berichte vorschreiben und die in Ouaga online stellen.

Heute waren wir nochmal schwimmen, den Luxus wollte ich mir noch einmal gönnen. Jetzt gleich habe ich ein Treffen mit einer Freundin von einem Bekannten aus Deutschland…

In dem Hotel Indépendance gibt es auch WLAN, wie wir heute erfahren haben. Das werde ich das nächste Mal natürlich dann gnadenlos ausnutzen. Vllt. bietet sich sogar eine Skype- oder sogar Videounterhaltung an…?

Leider war das heute mit dem Nachhausekommen nicht so einfach, weil Sonntags die Taxis fast gar nicht fahren, ein Bus kam auch nicht und dann wollte ein Taxifahrer 2000 FCFA, voll irre, bin dann für 500 nach Hause gekommen. Immer noch zu viel, aber ich bin schon die Hälfte gelaufen und Ouaga ist so weitläufig…

 

Bis dann also, lasst es euch allen gut gehen!

Hallo liebe Leute,

ich melde mich mal wieder ganz kurz. Meine Mom hat mir erzählt, dass einige von euch versuchen, mir SMS zu schreiben. Leider kommen die nicht durch. Ich habe auch mit einigen gesprochen und die meinten, dass SMS fast nie durchkommen… Gerne könnte ihr mich aber anrufen, Günstigvorwahlen gibt es im Internet. Tims SMS ist bis jetzt die einzige, die durchgekommen ist… obwohl ich nicht weiß, wieso, weil ja auch andere T-Mobile benutzen.

So, ich verlasse jetzt das klimatisierte Büro und gehe raus in die Grad heiße Schwüle.

Bis bald,

Leon

P.S.: Heute habe ich die Präsidentin meiner Organisation und meinen Tutor, den Chefmoderator beim Radio, kennen gelernt. Sie holen mich am Dienstag Morgen im DED-Gästehaus ab und dann gehen wir einkaufen und dann ab nach arbollé, wo ich mich erst mal einrichten darf…

Jetzt melde ich mich das erste Mal aus Westafrika.
Schon am Flughafen hat mich die Hitze fast erschlagen und die erste Nacht war einfach schlimm, ich habe fast gar nicht geschlafen, weil es so warm war.
Hier im Gästehaus in Ouagadougou bleiben wir jetzt bis zum 11. August zusammen, jeder hat ein eigenes Zimmer… Danach ziehe ich dann nach Arbollé, wo ich wirklich einen ganzen Hof für mich haben werde… anfangs auf jeden Fall!

Ich bin echt gespannt, wie das wird.
Am Zoll des Flughafens hatten wir zum Glück keine Probleme, auch die Visumkontrolle haben wir gut durchgestanden, und jetzt haben wir volles Seminarprogramm.
Ich melde mich dann wieder, wenn ich etwas mehr Zeit habe.
Die Stadt ist sehr anders, laut, viele Menschen… jetzt habe ich aber auch schon eine Handynummer und bin immer zu erreichen.
Die großen Geldsummen, die man mit sich führt, sind noch etwas ungewohnt (1 EUR = ca. 656 Franc CFA) und die Wege kann ich mir auch noch nicht merken, aber das wird ja alles und in Arbollé beginnt es für mich ja sowieso erst richtig… Unsere Mentorin hier betreut uns aber sehr, sehr gut und ich fühle mich in guten Händen.
Ich melde mich dann demnächst wieder, wenn ich etwas mehr Zeit habe.
Liebe Grüße!

Das Internetcafé, in dem ich bin, ist sehr langsam. Vllt. finde ich noch ein anderes, aber vermutlich muss ich mich auf diese Geschwindigkeiten einstellen. À bientot

Ich habe ein sehr emotionales Lied gefunden, das ich zu meinem „Abschiedslied“ erkoren habe:

HYMN FOR THOSE LEFT BEHIND, die Sie sich im Internet kostenlos anhören können.

Dies ist mein letzter Eintrag vor meiner Abreise. Ich werde mich aus Burkina Faso so schnell wie möglich melden. Da ich während des Einführungsseminares zu Beginn mehrere Tage im Gästehaus des DED in Ouagadougou verbringen werde, habe ich vermutlich Internetzugang…

Bis bald also!

Vielleicht sogar schon, wie im vorigen Blogeintrag angekündigt, aus Paris.

Gestern bin ich aus dem Frankreichurlaub zurückgekommen. Ich werde in nächster Zeit dann mehr dazu schreiben, heute bin ich etwas im Stress, da ich noch alles packen muss… und für ein Jahr packen, das ist wirklich nicht leicht, sogar für Jungen ;-)

Ich melde mich dann entweder vom Pariser Flughafen Charles-de-Gaulle wieder, wenn ich dort ins Internet komme, denn dort habe ich ja einige Zeit Aufenthalt. Sonst melde ich mich aus Burkina Faso!

Vielen Dank schon jetzt für die Anteilnahme am Blog. Jetzt wird es ja dann erst richtig interessant!

Zwei ADiA-leistende Freiwillige von AMPO und SEWA haben sich die Mühe gemacht, das berühmte Brettspiel Monopoly für ihre (Lieblings-?)Stadt Ouagadougou umzugestalten.

Auf ihrem Blog stellen Sie die Besitzrecht-, Ereignis- und Gemeinschaftskarten, sowie das Spielbrett und Geldscheine zum Download bereit.

Eine tolle Idee!!!

Am Sonntag ging das Vorbereitungsseminar von ASA zu Ende. Acht Tage lernten wie, die Teilnehmer vom DED und SAGE Net, die nach Burkina Faso, Ecuador, Kambodscha, Mail, Niger, Ruanda, Südafrika und Vietnam ausreisen werden, uns gegenseitig kennen… In den Länderarbeitsgruppen habe ich auch meine vier Mitreisenden kennengelernt, die alle Aufgaben in der Hauptstadt, Ouagadougou, übernehmen werden.

Das Seminar stand unter dem Motto „Shäggä“, so wurde das „Schiff“ von unseren Seminarleitern getauft und während des Seminares gab es dann auch einige Piratenaktionen, um die heiß begehrte Piratenflagge für die eigene Länderarbeitsgruppe (LAG) zu erobern. Meine LAG, BuFaNi (Burkina Faso und Niger), eroberte sich die Flagge durch eine schlaue und effizient ausgeführte Entführung der Seminarleiter und eine Gruppenaufgabe um deren Befreiung zu erreichen…

Neben viel Freizeit und spielerischen Übungen zu interkulturellen Themen, Konfliktmanagement oder Krisenbewältigung, gab es für uns auch viel „Input“, also Vorträge, z.B. zum Aufbau des DED oder zu Gesundheitsfragen. Wir wurden außerdem mit Medikamenten und einem Buch zu Gesundheitsfragen in den Tropen ausgestattet. Es folgen noch weitere Hilfen. Mit dem DED scheinen wir eine sehr gute Wahl getroffen zu haben, es gibt immer direkte Ansprechpartner, die einem schnell und ausführlich helfen!

Der Abschied fiel allen dann doch sehr schwer, denn wir haben uns innerhalb der acht Tage sehr aneinander gewöhnt und da wurde uns richtig bewusst, dass wir uns erst in einem Jahr, auf dem Nachbereitungsseminar wieder sehen werden… Mit gemischten Gefühlen bin auch ich dann nach Hause gefahren und aufgrund des Unfalles am Kölner Hauptbahnhof, von dem ich auf der Wasserkuppe nichts mitbekommen habe, musste ich von Frankfurt/Main Flughafen nach Bonn im ICE wie im Schulbus zusammengedrängt stehen, weil anstatt zwei Zugteilen nur einer fuhr. Das war aber sicherlich absichtlich, um meinen Mitreisenden, der nach Kambodscha gehen wird, und mir ein Feeling dafür zu vermitteln, wie es in unseren Gastländern zugehen wird… :-)

Zuhause angekommen holte mich die Realität auch wieder ein: Das Einschreiben vom DED mit dem Flugticket und dem mit Visum ausgestatteten Reisepass war schon da. Ich werde am 4. August morgens ab Frankfurt nach Paris fliegen, dort einen vierstündigen Aufenthalt haben, meine drei mitreisenden Mädels treffen (der andere Junge fliegt erst einen Tag später) und dann geht es nachmittags weiter nach Ouagadougou.

Jetzt habe ich auch weitere Informationen von meiner Mentorin in Burkina Faso erhalten, die mir Informationen über meinen Arbeitsplatz und meine Unterkunft gegeben hat. Es hört sich alles sehr neu und interessant an! Ich werde in einem Gebäude der Organisation wohnen, bei der ich arbeiten werde. Ich muss mich selbst verpflegen, bekomme ein Fahrrad gestellt und einen Wasserfilter, da das Dorf keine Wasserleitungen hat und nicht elektrifiziert ist. Des weiteren werde ich wohl mit den Journalisten viel in der Gegend rumfahren und soll deshalb einen Mofahelm mitnehmen…

Da ich mit Air France fliege, habe ich das gute Privileg, 2 x 23kg Gepäck mitnehmen zu dürfen, andere Teilnehmer haben mir berichtet, dass sie nur 1 x 20kg mitnehmen dürfen, das ist aber je nach Land und Fluggesellschaft unterschiedlich. Wir haben Glück…

Den internationalen Führerschein habe ich mir jetzt schon ausstellen lassen, die Vorbereitungen für die Abschiedsparty am Freitag laufen auf Hochtouren und gestern habe ich meine letzte Impfung, die Gelbfieberimpfung, bekommen und bin gespannt, wie ich darauf reagieren werde…

Ich habe vorhin mit dem Seminarhaus telefoniert und es scheint, als gäbe es dort wirklich keine Internetverbindung. Einige der Seminarteilnehmer können also schon mal für ihre Einsatzplätze üben… Ich werde mich dann übernächste Woche wieder melden und von dem Seminar berichten.

Juhuu, heute habe ich endlich die dritte, und damit letzte Tollwutimpfung bekommen. Damit sind fast alle Reiseschutzimpfungen getätigt, nach dem Vorbereitungsseminar kommt nun nur noch die Gelbfieberimpfung.

Ob ich mich während des Seminars melden kann, weiß ich jetzt noch nicht, da die Jugendherberge meine Anfrage bezüglich Internet nicht beantwortet hat und ich darüber somit nichts herausfinden konnte. Wir werden sehen… Spätestens übernächste Woche, nach dem Seminar, gibt es vermutlich eine Menge zu berichten.

Heute habe ich mit Kerstin und Tabea unsere Abschiedsfeier geplant. Die Einladungen sind verschickt und wir haben schon einen groben Plan über die Getränke… Jetzt warten wir auf die Rückmeldungen, um mit den Planungen fortzufahren. In der Zwischenzeit haben Kerstin und ich schon unsere Vorbereitungsseminare.

APS, l’Association pour la paix et la solidarité, die das Radio RFMF/DC leitet, hat seit einigen Monaten eine neu gestaltete Webseite mit vielen interessanten Informationen und Bildern. Die Seite wird derzeit noch ausgebaut und die englische Version ist noch nicht online.

Wen jedoch die Bilder vom Radio interessieren, kann sie sich hier anschauen.

Für das Vorbereitungsseminar im Juli wurde jeder Teilnehmer gebeten, sich ein Thema für ein Landeskundliches Themenplakat (LTP) auszusuchen. Da denkt man, dass das Lernen endlich ein Ende hat, nach den 13 Jahre Schule.

Natürlich nicht, aber wenn man sich bei weltwärts und überhaupt einem Freiwilligendienst anmeldet, will man ja auch nicht aufhören zu lernen.

Für mein Plakat habe ich mir das Thema „Politik in Burkina Faso“ ausgesucht und berichte in meinem Vortrag, der ebenfalls vorbereitet werden soll, über den Staatspräsidenten Blaise Compaoré, der 1987 durch einen sehr gewaltsamen Putsch an die Macht kam, seitdem das Land jedoch modernisiert, auch wenn immer wieder autoritäre Züge durchschimmern (Mord am regierungskritischen Journalisten Norbert Zongo 1998, ein drittes Mandat trotz der 2000 beschlossenen Beschränkung auf eine weitere Wiederwahl). Des weiteren werde ich Themen wie aktuelle Probleme (Korruption, starke Stellung des Präsidenten und des Militärs), den Staatsaufbau und die Demokratisierung und Dezentralisierung erwähnen.

Passend zu meinem Einsatzplatz wird natürlich auch die Situation der Medien und die Pressefreiheit insgesamt Erwähnung finde.

Ich freue mich sehr auf die anderen Vorträge, da man so einen sehr guten Eindruck vom Land bekommen kann!

Artikel der Nachrichtenagentur burkinabè, Agence d’Informations du Burkina (AIB):

Der Präsident des Obersten Rates für Kommunikation (Conseil supérieur de la communication CSC), Luc Adolphe Tiao, besuchte am 15. April 2008 RFMF/DC in Arbollé und war von der Ausstattung, der Motivation der Mitarbeiter und der eigens initiierten Ethikcharta des Radiosenders beeindruckt:

Passoré-Média
Luc Adolphe Tiao séduit par l’équipement de la radio Femme et développement de Arbollé

Kaya, 21 avr (AIB) – Le président du conseil supérieur de la communication (CSC), Luc Adolphe Thiao a visité le 15 avril 2008, la radio femme et développement de Arbollé, une commune du Passoré située à 28 km au Sud de Yako.

« Je suis frappé par le sérieux avec lequel est géré la radio de Arbollé. Elle à un matériel de pointe, des locaux sont propres et surtout cette radio dispose d’une charte de déontologie interne. Cette chose est remarquable et nous repartons satisfait », a déclaré Luc Adolphe Tiao.

Il est allé constater de visu, les réalités quotidiennes de la radio femme et développement de Arbollé, encourager le promoteur de la radio et prodiguer quelques conseils de déontologie aux animateurs et techniciens de cette nouvelle radio.

Ouverte en novembre 2007, la radio femme et développement est une initiative de l’Association Paix et Solidarité.

Cette radio communautaire émet sur la fréquence 96.9 et couvre un rayon de 60 km à la rende. « Je suis frappé par le sérieux avec lequel est géré la radio de Arbollé. Elle à un matériel de pointe, des locaux sont propres et surtout cette radio dispose d’une charte de déontologie interne. Cette chose est remarquable. Nous repartons satisfait » a indiqué Luc Adolphe Thiao.

Le promoteur de la radio, Kévin H. Ouédraogo a saisi l’occasion, pour exposer au président du CSC les difficultés que rencontre l’organe de communication, qu’il dirige. Par manque d’électricité, la radio est obligée d’utiliser un groupe électrogène. Par ailleurs, son personnel selon M. Ouédraogo, a besoin de formation.

Le président du CSC a promis que dans les jours à venir le CSC veillera à former, ne serait-ce que le chef des programmes de la radio. Aux animateurs et techniciens au nombre de 5, Luc Adolphe Thiao leur à demandé le professionnalisme et le respect de la déontologie du métier de journaliste.

Il a conseillé par ailleurs au promoteur de la radio de développer des partenariats avec des organismes nationaux ou internationaux.

Radio femme et développement de Arbollé est accompagnée par un certain nombre de partenaires techniques comme le service allemand de développement, Africa Women Developpement du Ghana et de la télévision internationale de l’Espagne.

AIB – 21 avril 2008
BFY

Gestern habe ich den Freiwilligenvertrag erhalten. Leider war ich von morgens bis spät nachmittags unterwegs und konnte ihn so erst abends lesen, unterschreiben und abschicken.

Des weiteren wurde ich mit Informations-eMails überschwemmt, z.B. zum Thema „Vorbereitunsseminar“ und „Versichungen“.

Die Zugfahrt zum Vorbereitungsseminar habe ich bereits gebucht und werde jetzt fleißig weiter an meinen Moré-Sprachkenntnissen arbeiten, auch wenn es keine leichte Sprache ist.

Vor meiner Abreise nach Berlin habe ich mir dann noch schnell die bestellten Reiseführer für Burkina Faso gekauft: „Afrique de l’Ouest“ von Lonely Planet und „Afrique de l’Ouest“ von Guide Routard. Natürlich habe ich in Berlin schon viel geschmökert, bis jetzt aber nur die allgemeinen Seiten über Westafrika durchgelesen, die mir aber noch mehr Vorfreude bescherten. Jetzt freue ich mich auf die länderspezifischen Seiten zu Burkina.

Ich bin tropentauglich!

Während meiner Freiwilligenarbeit für die UN-Naturschutzkonferenz im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) habe ich kurz meine Mails checken können und dort die frohe Nachricht vom DED vorgefunden.

Leider hat meine Ärztin eine etwas höhere Entlohnung für die Untersuchung gefordert, dass ich da jetzt ein bisschen zuzahlen muss, aber sonst werde ich ja sehr gut unterstützt, dass ich das gerne ausgebe.

Die Vorbereitungen laufen derzeit auf Hochtouren. Meine Hausärztin hat freundlicher Weise den Gesundheitscheck bereits gestern durchgeführt und mich beraten. Morgen werden die Ergebnisse dann an den DED gesandt.

Derweil werde ich bereits gegen Hepatitis A und Meningokokken-Meningitis geimpft. Die Gefährlichere, und „härtere“ Gelbfieberimpfung muss bei speziellen Ärzten durchgeführt werden, und mir wurde empfohlen, sie erst eine Weile nach den anderen Impfungen zu machen…

Heute hatte ich dann auch meinen letzten Zahnarztbesuch vor dem Auslandsjahr und meine Zähne sollten jetzt fit für ein Jahr ohne Arzt sein ;-) .

Im „Süddeutsche Zeitung Magazin“ ( Heft 19/2008 ) ist ein sehr weltwärts-kritischer Artikel von Florian Töpfl erschienen.

Ich möchte hier jetzt nicht zu allen „Anschuldigungen“ gegen die Freiwilligen und gegen das Programm selbst Stellung nehmen, aber vor allem auf das Fazit des Artikels möchte ich kurz eingehen: Töpfl beendet seinen Artikel mit der Schlussfolgerung, dass die Freiwilligendienste vorrangig nur den Freiwilligen selbst helfen und, dass diese den „Trip“ auch nur für ihren Lebenslauf machen.

Meine Meinung nach ist das bei der Mehrzahl der Ausreisenden nicht so. Viele Freiwillige, die in der gleichen Zeit wie ich ausreisen werden, bemühen sich schon jetzt, ihre Sprachkenntnisse eventuell wieder aufzufrischen und, wenn nötig, auch Grundkenntnisse in einer weiteren verbreiteten Landessprache zu erlangen.

Des weiteren haben ja viele auch schon vor ihrem Einsatz im Ausland ehrenamtliches Engagement gezeigt und haben es somit „gar nicht nötig“, das noch im Ausland zu beweisen. Aber sie wollen etwas von ihrem Glück, hier in Europa geboren worden zu sein, weitergeben. Und ob man nun in Kambodscha, um am Beispiel von Töpfl zu bleiben, oder in Deutschland eine Jugendgruppe führt, kommt meiner Meinung nach aufs gleiche raus. Oft fehlen aber in den Ländern, in die Freiwillige entsandt werden, noch Strukturen zur Jugendbetreuung, die ja mit den Freiwilligen aufgebaut werden!

Natürlich kann ich hier jetzt nur von mir sprechen, aber ich werde mich sehr bemühen, dort auch wirklich zu arbeiten und zu helfen, und die Leute, die ich kenne, werde das auch so machen! Des weiteren hatte ich den Eindruck, dass der DED und auch die anderen Organisationen, die ich kennen gelernt habe, sehr wohl danach schauen, welche Vorkenntnisse ein Freiwilliger hat, um ihn in ein Projekt zu schicken, zu dem er wirklich etwas beitragen kann.

Natürlich lernen die Freiwilligen auch viel: Sie lernen eine neue Kultur kennen, eine neue Sprache, neue Menschen und neue Lebensumstände werde ihnen vertrauter, was im späteren Leben sicherlich nur von Vorteil sein kann. Aber wer erzählt von den Verhältnissen in den Ländern? Wie erfahren die Menschen in den Entsendeländer, wie es wirklich aussieht, wenn nur 40-Jährige, „erfahrene“ Freiwillige nach Deutschland gehen. Bildung fängt in jungen Jahren an und meiner Meinung nach ist weltwärts ein sehr gute Gelegenheit und Chance, den Wunsch nach einer „Horizonterweiterung“ und den Wunsch zu helfen, wirkungsvoll und effektiv zu verbinden!

Am Montag waren wir dann endlich im Phantasialand und wurden prompt mit einer fröhlichen Nachricht überrascht: Wir können, dank einer Sonderaktion, diesen Sommer noch einmal kostenlos dorthin!

Die Sonne schien herrlich und so machte und auch die riesige Welle in der Wildwasserbahn (wir sahen aus, als wären wir samt Kleidung in die Wanne gesprungen!) brachte uns somit nicht aus der Laune, sondern bot uns vielmehr ein Alibi, uns ein bisschen in die Sonne zu legen…

Am Dienstag habe ich dann endlich die ersehnten Unterlagen vom DED erhalten: Gesundheitsbogen, Visaanträge etc.

Das habe ich alles so schnell wie möglich angefertigt, ausgefüllt und zurückgeschickt! Jetzt heißt es wieder erstmal warten… aber jetzt träume ich mehr und mehr von meinem Leben dort und stelle mir so einiges vor!

Oh jeh, meiner Ausreise werden immer wieder Hürden in den Weg gelegt, genauso wie all den anderen hilfsbereiten Menschen, die ebenfalls diesen Sommer ausreisen wollen: Ende letzten Jahres behinderten die Lokführerstreiks oftmals die Anreise zu den Seminaren und jetzt streiken die Postmitarbeiter, sodass unsere wichtigen Unterlagen zur Reisevorbereitung und die Verträge für den Freiwilligendienst nicht bei uns ankommen. Heute blieb unser Briefkasten z.B. leer!

Und das schlimmste steht ja vermutlich noch bevor!

Seit Freitag ist nix großartiges passiert.

Ich bin innerhalb des Hauses umgezogen, unters Dach. Das ist ein kleineres Zimmer und wird nicht viel genutzt, und da ich ja bald mehr weg sein werde als zuhause, musste ich mein schönes Zimmer mit Gartenanbindung ;-) verlassen.

Morgen muss ich dann wieder in die Schule, weil wir Informationen zum Ablauf der mündlichen Prüfungen erhalten.

Heute beginne ich jetzt mein Lernprogramm zuhause: Für Burkina Faso möchte ich mir nämlich noch Grundkenntnisse in Mooré, der am häufigsten gesprochenen Sprache, nach Französisch, Burkina Fasos, aneignen.

So, ich habe gestern die eMail vom Deutschen Entwicklungsdienst bekommen: Sie werden mich auf meinem Wunschplatz in Burkina Faso einsetzen… :-) Das ist so toll und ich bin richtig glücklich! Das gibt mir jetzt auf jeden Fall den nötigen Motivationsschub für die letzte schriftliche, und die noch anstehende mündliche Abiturprüfung!

Viel mehr Informationen habe ich aber noch nicht bekommen, die werden aber sicherlich in den nächsten Tagen eintreffen. Denn eine Hürde muss ich noch überwinden: Den Gesundheitstest des DED. Aber das wird sicherlich klappen, da ich nicht weiß, was mich da einschränken könnte… Vermutlich steht meinem Freiwilligendienst nun nichts mehr im Weg!

Heute habe ich mir auch schon einen Sprachkurs „Mooré“ in Bonn gekauft, weil das die am weitesten verbreitete Sprache Burkinas Fasos, neben dem offiziellen Französisch ist und ich der Meinung bin, dass man für die Integration die Sprache auch können sollte… Außerdem sind auch schon zwei Reiseführer, der Guide Routard und der Lonely Planet bestellt! Juhuu…

Ich habe jetzt auch von ganz vielen anderen, die mit mir auf dem Bewerbungsseminar waren, gehört, dass sie ebenfalls ihre Wunschplätze erhalten haben und denen, die noch nichts gehört haben, wünsche ich viel Glück!

So, morgen ist es also auch für mich Zeit, meine erste Abiklausur zu schreiben, nachdem diese Woche schon einige andere Fächer zentral geschrieben wurden.

Ob ich gut vorbereitet bin, kann ich nicht sagen. Es wird sicherlich reichen! Aber ich bin einfach mal gespannt… Freunde von mir, die diese Woche schon geschrieben haben, meinte, dass es gar nicht so schlimm sein.

Auf eine Antwort für meinen Freiwilligendienst warte ich auch immer noch. Das Warten ist wirklich das schlimmste. Es wäre so schön, wenn ich noch vor dem Abi eine feste Zusage erhalten hätte, denn das hätte mir, glaube ich, noch einen richtigen Motivationsschub gegeben. Aber natürlich macht es das warten auch spannender… Ich hoffe einfach, dass in den nächsten Tagen etwas kommt. Wer weiß, vielleicht ja sogar schon heute Nachmittag? ;-)

So, nach dieser kleinen Pause werde ich jetzt dann auch mal weiterlernen. Auch wenn die Lehrer immer raten, am Tag vor der Prüfung nichts mehr zu machen, glaube ich, dass es für mich sehr gut ist. Heute morgen hat mich dann noch eine Freundin angerufen, weil im Radio gesagt wurde, dass der Bundestag an die Machtergreifung Hitler erinnert. Am 10. April 1933? Das hat uns geschockt. Für uns war das Ermächtigungsgesetz immer der Umbruch… Wie kann der Bundestag sowas öffentlich, einen Tag vor dem Geschiabitur machen? :-) Na ja, auf der Webseite waren dann die Erklärungen dazu, die haben das einfach nur heute gemacht, auch im Text des Bundestags wird der 23. März genannt! Zum Glück, sonst hätten wir heute nochmal alles neu lernen müssen ;-)

So, jetzt melde ich mich direkt mal wieder. Ich bin vorhin vom DED-Auswahlworkshop in Frankfurt am Main, der vom ASA-Programm des InWEnt durchgeführt wurde, zurückgekommen. Die Freundin, mit der ich dorthin gefahren bin, und ich wurden beide genommen! Ich bin sehr glücklich, denn der DED bietet mir viele französischsprachige Länder, aber jetzt habe ich die Qual der Wahl, ein Wunschprojekt gibt es aber schon… Darauf muss ich mich jetzt aber noch bewerben.

Diese 24 Stunden in Frankfurt (Fr und Sa) waren aber wirklich das erste richtige Auswahltreffen, das ich jetzt hatte. Wir mussten Telefongespräche nachspielen, Gruppenarbeiten anfertigen und wurden dabei immer von den DED- und ASA-Mitarbeitern beobachtet. Gestern Abend gab es nur eine kleine Vorstellungsrunde und die Mehrzahl der Leute ist dann noch in das Viertel hinter der Jugendherberge gegangen, wo es viele Kneipen und Bars gab. Leider konnte wohl fast keiner gut schlafen, sei es aufgrund von andauernd ertönenden Sirenen, besoffenen Sängern auf der Straße oder der Hitze, die in der JH herrschte. Heute morgen waren auf jeden Fall alle sehr fertig, aber wir mussten trotzdem alle durch die 4 1/2 Stunden Workshop durch und fast alle wurden auch genommen.

Ich bin jetzt sehr gespannt, wie es weitergeht…

Bei der Initiative Südafrika/LekaGape habe ich mich jetzt abgemeldet, da ich zwei französischsprachige Länder in Aussicht habe und somit den Platz für andere, am englischsprachigen Raum interessierte Bewerber freigemacht habe.

So, diese Woche habe ich erst mal drei Probeklausuren gemacht: Französisch, Geschichte und heute Spanisch. :D Also ich würde mir eine eins geben… Nein, im Ernst: Vom Inhalt her war es sicher nicht schlecht, ne zwei oder so… Die Sprache kann ich selber sehr schwer beurteilen.

Nachher geht  es dann zum Bewerbungsseminar vom DED. Am Sonntag werde ich dazu mehr erzählen. Ich bin sehr gespannt, weil ich von den anderen Organisationen mit französischsprachigen Ländern noch keine positiven Neuigkeiten erfahren haben…

Heute hatte ich das Telefoninterview von den IJGD für meinen Freiwilligendienst.

Natürlich habe ich es mir schlimmer und stressiger vorgestellt, aber ein lockeres Gespräch war es natürlich auch nicht. Das Interview dauerte ca. 1 Stunde und ich wurde über meine Motivation, meine Erfahrungen, Befürchtungen, Freuden etc. befragt. Leider habe ich erfahren, dass Togo bei denen bereits keine Plätze mehr hat. Für die Elfenbeinküste sucht die Organisation leider nur Leute mit medizinischer Ausbildung, sie wollen aber schauen, ob es noch andere Plätze dort gibt. Sonst habe ich mich jetzt für Kenia angemeldet. Im April weiß ich auch von dieser Organisation mehr.

Es ist wirklich ein Glücksspiel. Man bereitet sich so lange vor, freut sich so lange und dann hängt man auch so lange in der Schwebe und weiß nicht, ob man jetzt in drei/vier Monaten weggehen kann oder nicht.

Da mein Einsatz in Togo (leider) immer noch ungewiss und unentschieden ist (die Organisation hat mich angenommen, aber die Stelle in Togo ist vom BMZ noch nicht anerkannt worden), habe ich mich jetzt dazu entschieden, mich auch beim Deutschen Entwicklungsdienst für das Auswahlseminar anzumelden.

Dieses findet Ende März statt und diesmal werde ich mit einer Freundin gemeinsam dorthin gehen, da sie sich auch beim DED angemeldet hat.

Zusätzlich habe ich mich bei einer weiteren Organisation, den IJGD angemeldet, die sich ebenfalls schon zurückgemeldet hat und mit mir nächste Woche ein Bewerbungsinterview per Telefon führen wird.

Jetzt bleibt mir nur noch zu hoffen, dass mich eine Organisation für ein französischsprachiges Land annimmt. Meinen festen Platz bei der Initiative Südafrika e.V./LekaGape werde ich vermutlich für andere Bewerber räumen…

Dieses Wochenende hatte ich mein zweites Bewerbungsseminar, diesmal vom SCI-D. Zu meiner großen Freude und Erleichterung wurde ich hier ebenfalls angenommen, und zwar für mein Favoritenland „Togo“. Leider sind die Stellen noch nicht anerkannt, werden dies aber vermutlich in den nächsten Wochen, und dann weiß ich auch endlich, in welche Projekte ich entsendet werden kann. Genommen bin ich aber auf jeden Fall, und das freut mich wirklich sehr!!!

Von ICJA habe ich dafür mittlerweile eine Absage erhalten. Allen, die noch auf der Suche sind, wünsche ich viel Erfolg und probiert es einfach weiter!!!

Sobald ich die Projektbeschreibungen bekomme, werde ich auch die „Volunteer“-Seite aktualisieren, da ich mich fast endgültig für Togo entschieden habe. Ich bitte noch um ein paar Wochen Geduld, danke!

Child headed families/Home based care:

Bei diesem Programm kümmert man sich, ähnlich wie auch Sozialarbeiter, um Familien. Man besucht diese, um zu sehen, ob die Kinder zur Schule gehen, dass sie eine Schuluniform haben. Des weiteren schaut man, ob die Familie bei Behördengängen oder anderen Organisationen Hilfe benötigt. Das ist so ein kurzer Überblick über die Tätigkeit.

Au-pair-Ausbildung:

In diesem Projekt bildet man südafrikanische Jugendliche aus, die als Au-pair nach Deutschland wollen. Es beinhaltet das Lehren der deutschen Sprache, aber auch der deutschen Kultur und Gepflogenheiten, damit sich die Au-pairs schnell in Deutschland zurechtfinden.

Das war mal so ein kleiner Überblick, jetzt muss ich leider wieder los. Sobald ich mich wirklich für dieses Projekt entschieden habe, wird es ausführliche Informationen für den Spenderkreis geben. Nächstes Wochenende habe ich jedoch ein weiteres Bewerbungsseminar, das ich erst noch abwarten werde.

Hallo, ich melde mich jetzt aus Schwäbisch Hall, wo das erste Bewerbungsseminar stattfindet, bis morgen noch.

Ich habe mich hier bei der Initiative Südafrika bzw. LekaGape aus Südafrika angemeldet und eine tolle Überraschung haben alle 31 Teilnehmer am Anfang schon erhalten: Alle die hier sind, werden einen Platz erhalten!

Die Leiterin ist sehr nett und ich habe mich jetzt für folgende zwei Programme angemeldet: „Child headed family/home based care“ und „Ausbildung von Au-Pairs“.

Ich bin mal gespannt, ob ich für diese beiden Bereiche dann auch angenommen werde.

Heute haben wir dann schon an ganz konkreten Projekten gearbeitet. Außerdem wurden wir in „Regionalgruppen“ aufgeteilt, die dann, wenn möglich, zusammen Aktionen zum Spendensammeln machen.

Ich bin mal gespannt, wie es weitergeht.

Morgen früh geht es zu meinem ersten Bewerbungsseminar für meinen Freiwilligendienst. Es findet in Schwäbisch Hall statt. Früh morgens fahre ich los und werde dann drei Tage mit anderen Bewerbern und den Leitern des Programmes in einer Jugendherberge verbringen. Ich denke, dass ich sehr viel über Südafrika lernen werde, neue interessante Bekanntschaften machen werde und auch vieles über die Entsendeorganisation und das System „weltwärts“ erfahre.

Sollte ich dort einen Internetanschluss haben, melde ich mich von dort einmal.

Jetzt geht es erst einmal darum, so viele Hausaufgaben wie möglich zu schaffen, damit ich auf dem Seminar nur noch Geschichte machen muss.

Tja, derzeit sieht es düster für meine Pläne meiner Auszeit zwischen Schule und Studium aus. Eigentlich wollte ich zweimal sechs Monate ins Ausland, ein halbes Jahr Freiwilligendienst in Afrika und ein halbes Jahr nach Japan, wo es vermutlich auf Work&Travel hinausgelaufen wäre.

Obwohl das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung den Freiwilligendienst weltwärts eigentlich für sechs bis zwölf Monate geplant hat, bieten fast alle Organisationen, die bis jetzt anerkannt worden sind, nur Dienste für zwölf Monate oder mehr an. Deshalb läuft es vermutlich darauf hinaus, dass ich zehn Monate Freiwilligendienst mache und dann zwei Monate Worl&Travel in Japan. Ein längerer Freiwilligendienst kann ja auch nicht schaden, denn erstens kann ich meinem Gastland dann noch länger und intensiver helfen und ich werde dadurch auch das Land und die Leute noch besser kennen lernen.

Ich freue mich schon riesig und bin sehr gespannt auf die Informations- und Bewerbungsseminare!

Heute habe ich mich zum zweiten Informationsseminar angemeldet. Damit laufen meine Bewerbungen zwar noch nicht, da diese erst nach den Seminare endgültig gestellt werden, aber ich bin in der Organisation schon was weiter gekommen. Bis jetzt sind alle Projekte, auf die ich mich bewerbe, in Afrika.

Ich hoffe, dass ich es auch noch schaffe, ein halbes Jahr Japan zu organisieren. Das ist aber leider etwas schwieriger und vor allem viel teurer, da Japan kein Entwicklungsland mehr ist und es deshalb keine Zuschüsse mehr gibt und bis jetzt habe ich auch noch keine Stipendien gefunden. Aber ich suche weiter und wenn es jetzt mit Japan nicht klappt, dann eben während oder nach dem Studium. Dann muss ich nur zusehen, dass ich mein Japanisch in dieser Zeit beibehalte.

Und jetzt werde ich dann endlich mein Zimmer aufräumen, was ich ja schon den ganzen Tag vor hatte, aber so ist das halt. Und morgen geht der Schulalltag sowieso wieder los. Ciao

Nach einem sehr informativen und interessanten Seminar des v.f.h./Verein zur Förderung politischen Handelns in Genf, habe ich mich nun doch dazu entschlossen, eine Auszeit zwischen Schule und Studium zu nehmen.

Derzeit sind drei Bewerbungen offen. Ich bewerbe mich für das im September 2007vom BMZ gestartete Programm „weltwärts“. Leider muss man, um einen Job angeboten zu bekommen, an Informationsseminaren teilnehmen, weshalb ich im Februar wieder öfters in der Schule fehlen werden. Aber es geht leider nicht anders.

Mein derzeitiger Plan sieht so aus, dass ich ein halbes Jahr in Afrika und ein halbes Jahr in Japan soziale Freiwilligenarbeit leisten möchte. Ob das realisierbar ist, kann ich derzeit noch nicht sagen. Sicher ist aber, dass ich durch „weltwärts“ nur in Afrika gefördert werde. Deshalb versuche ich vielleicht auch, dort auch in zwei Ländern jeweils ein Halbjahr zu bleiben.

Eine weitere Möglichkeit ist natürlich ein Praktikum über einige Monate in Deutschland. Das wird aber die letzte Lösung sein, da ich ja schon drei Praktika gemacht habe und Schüler sowieso meistens nicht angenommen werden.

Sobald ich was Neues habe, werde ich mich wieder melden.

Ach ja, wenn auch du einen Blog zu ähnlichen Themen hast, sag mir Bescheid. Ich nehme dich dann in meine Linkliste auf.

Ciao, Leon.