Heute bin ich vermutlich mein letztes Mal in Yako. Mit Karim, dem Schüler, der mit mir im Haus wohnt und der gerade sein Abitur erhalten hat, bin ich heute morgen hierhin gefahren. Er muss Zeugnisse und Urkunden beglaubigen lassen, und ich wollte ins Internet.

Nach Ouagadougou komme ich dieses Wochenende nicht, da ich am Samstag meine Abschiedsfeier machen werde. Sie findet in einem Maquis (einer kleinen Bar) , nicht weit von meinem Haus entfernt, statt. Ich freue mich sehr darauf, auch wenn es natürlich etwas traurig wird.

Als ich letztes Wochenende mit dem Bus von Ouagadougou nach Arbollé zurückgefahren bin, hat mich ein Mann, den ich nicht kenne, angesprochen und gesagt, dass er zu meiner Feier kommen wird… Ich war erst einmal sehr erstaunt, dann viel mir aber ein, dass sie im Radio schon davon geredet hatten. Hoffentlich wird es gut.

Bis jetzt habe ich etwas Essen, Licht und Musik bestellt. Ich habe die ortseigene Tanzgruppe bereits angesprochen, sie werden auch etwas aufführen.

Die Feier findet also Samstag Abend, ab 20 Uhr im Maquis von Nestor in Arbollé statt. Aus Ouagadougou kommen einige Freunde. Etwas problematisch ist es leider mit dem Übernachten, da es hier fast keine Möglichkeiten gibt… mal sehen, wie es so wird.

Donnerstag und Freitag hatten wir uns Abschlusseminar, was in Loumbila, einige Kilometer nördlich von Ouagadougou, stattgefunden hat.

Wir haben unsere Einsatzplätze analysiert, unsere erfüllten und enttäuschten Erfahrungen besprochen, die Zusammenarbeit mit den Partner begutachtet usw.

Leider waren die zwei Tage viel zu kurz, um alles besprechen zu können. Wir empfahlen deshalb, bei unseren Nachfolgern das Zwischenseminar zu verkürzen und das Abschlussseminar zu verlängern.

Ein wichtiger Punkt, den wir besprochen haben, war außerdem der Umgang mit der Rückkehr: Wie schließe ich das Jahr hier “gut” ab, wie werde ich in Deutschland nach meiner Rückkehr gesehen, was erwartet mich dort…

Gestern habe ich mit Studenten der Universität Ouagadougou einen Ausflug nach Ziga, Laongo und Ziniaré gemacht.

  • Ziga liegt ca. 40km von Ouagadougou entfernt. Hier liegt eine der drei Trinkwasseranlagen der staatlichen Wassergesellschaft (ONEA), die die Hauptstadt Burkina Fasos versorgen. Das Wasser wird hier aufbereitet und die 40km nach Ouagadougou durch Rohre transportiert.
  • Laongo liegt an der gleichen Straße wie Ziga. Dort befindet sich ein Skulpturenpark. Alle zwei Jahre arbeiten Künstler aus der ganzen Welt weiter an den Skulpturen, entwickeln sie weiter und/oder entwerfen Neue.
  • Ziniaré ist das “Dorf des Präsidenten”. Hier hat er einen riesigen Tierpark aufgebaut und natürlich gibt es ein tolles Hotel mit rechtem Rasen und Schwimmbad. Der Tierpark ist entgegen meinen Erwartungen sehr großflächig und die meisten Tiere haben wirklich viel Platz zum Laufen. Die Strauße können sich sogar frei im ganzen Park bewegen.

Der ganze Ausflug war sehr interessant, nur leider hat es den ganzen Tag geregnet und als wir im Tierpark waren, hat es wie aus Eimern gegossen und wir sind bis auf die Haut nass geworden. Ich hätte nicht gedacht, dass mir hier einmal so kalt sein würde, denn natürlich war ich auf so ein Wetter nicht eingestellt, genauso wenig wie die meisten anderen Studenten.

Eine warme Dusche konnte ich dann auch nicht nehmen, weil es hier meistens keine Heißwasser-Boiler gibt. Aber ich habe mir dann einen heißen Tee gemacht und konnte gut schlafen.

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